Beiträge von Waldi

    Man kennt Saverio Mercadante vor allem als Opernkomponist, der eine wichtige Position zwischen Bellini und Verdi einnimmt. Zwar war er nach seinem Ableben lange Zeit ziemlich vergessen, aber in den letzten Jahrzehnten sind seine Werke vielfach wiederentdeckt worden und haben viel positives Echo erfahren, auch wenn das breite Publikum ihn noch nicht so sehr zur Kenntnis genommen hat. Die stattliche Anzahl seiner inzwischen auf Schallträgern erhältlichen Schöpfungen beweist jedoch, daß sein Ansehen zusehends im Wachsen ist. Erfreulicherweise beschränkt sich das nicht nur auf die Bühnenwerke (die natürlich den Schwerpunkt bilden). Neben der Kirchenmusik schuf er auch Etliches für Orchester. Als jugendliche Geniestreiche dürfen seine Flötenkonzerte und weitere Kompositionen für dieses Instrument gelten, welche noch während seiner Studienzeit entstanden. Nur das Flötenkonzert Nr.6 wurde jedoch zu Lebzeiten Mercadantes veröffentlicht.

    NAXOS 2018


    Ich habe diese CD als Einstieg gewählt, nachdem ich zufällig einen Ausschnitt im Radio hörte, und bin sehr beeindruckt vom Erfindungsreichtum und der Spannweite zwischen technisch äußerst anspruchsvollem Virtuosentum und romantischer Melodik. Wer Flötentöne liebt, dem kann ich diese blendend interpretierten Konzerte und Miniaturen nur ans Herz legen. Die dazugehörige Scheibe mit den früheren Flötenkonzerten steht schon auf meiner Wunschliste.

    MARCO POLO 2006


    Mit fremden Federn zu komponieren bedeutete nicht Plagiat, sondern Huldigung, Demonstration des eigenen Könnens, Beweis für die Breite und auf der Höhe der Zeit befindliche Kenntnis der musikalischen Szene und natürlich auch Propaganda für die Gattung. Als Franz Liszt 1839 wieder einmal beim "Sperl" der Strauss-Kapelle zuhörte, überraschte ihn diese mit dem "Furioso-Galopp", einer orchestralen Umsetzung zweier Liszt-Kompositionen. Liszt selbst war ja auch ein fleißiger Bearbeiter von Werken anderer Tonschöpfer.

    Im "Musikalischen Telegraph, 5.Potpourri" gestaltete Strauss das Prinzip zu einem Höhepunkt, als er neben eigenen Kreationen Melodien von Rossini ("La gazza ladra"), Meyerbeer, Bellini, Auber, Hérold, Donizetti, Mozart und Beethoven ("Fidelio") verarbeitete. Die Wirkung wird wohl wie bei André Rieu gewesen sein (man soll diesen Herrn ja nicht nur negativ sehen - auch wenn man andere Methoden der Popularisierung mehr schätzt, er vermag es immerhin, die Massen für klassische Musik zu begeistern).

    Für wirklich an der Oper als ernsthafter künstlerischen Kategorie Interessierte war er schon damals (für mich Anfang der 70er Jahre) ein rotes Tuch!

    Lieber Bernardin,

    Das mag für Dich und Gleichgesinnte zutreffen, wie es Dein gutes Recht ist, aber es sollte nicht so verallgemeinert werden, denn in Wien - und klarerweise auch anderswo - gibt es genug Operninteressierte, die dein scharfes Urteil über Prawy (den ich nicht nur vor dem Fernsehschirm sondern auch aus nächster Nähe erlebt habe) nicht in gleicher Weise teilen. Natürlich kannst Du mich als jenseits von 80 auch als hoffnungslos fossil ansehen. Ich verstehe das und teilweise trifft es wahrscheinlich auch wirklich zu. Aber ich nehme trotzdem für mich in Anspruch, mich mit der Gattung "Oper" gründlicher auseinandergesetzt zu haben als der Durchschnitt, wenngleich ich natürlich als Kunsthistoriker sicher nicht immer den gleichen Blickwinkel habe wie jemand, der primär von der Musik her kommt. Aber als einer der Autoren des Bandes über das Haus der Wiener Staatsoper und dann als Leiter des "Forschungsunternehmens Wiener Ringstraße" mußte ich zwangsläufig über den Tellerrand hinausschauen. Nicht, daß ich mich einer überzeugenden Interpretationsentwicklung entgegenstelle, aber allzu leicht wird dabei nicht nur Veraltetes über Bord geschmissen. Zwanghaft nur Neues zu fordern ist nicht schwer, das Alte verstehen zu lernen und abzuwägen, was davon bewahrenswert ist, bedeutet eine viel schwerere Aufgabe, an der man unendlich kiefeln kann. Jeder hat das Recht auf eine persönliche Einstellung, und ich sage nicht, daß alles, was Prawy von sich gegeben hat, glänzendes Gold war. An dem Terminus "charmanter Plauderant" ist schon etwas dran. Doch ich bin nicht bereit, Prawy darauf zu reduzieren. Mit vielen seiner Kritiken sollte man sich schon gründlich auseinandersetzen. Auch wenn man klarerweise dabei nicht auf einen Nenner kommt. Mir war jetzt nur darum zu tun, aufzuzeigen, um kundzutun: Mich gibt's auch noch! Ob fossil oder nicht... :*

    Prawy hatte mit dem Sacher ein - leistbares - Sonderarrangement. Schließlich war er ja zugleich ein Aushängeschild.

    Naxos 2003


    Erneut ein Beleg, daß Hoffmeister gegenüber seinen berühmten Zeitgenossen in bezug auf Melodienreichtum, tänzerischer Anmut und virtuoser Technik oft nichts nachgibt.

    Hervorragend interpretiert vom israelischen Aviv Quartett, damals noch in seiner ursprünglichen Zusammensetzung.

    Als damals Roscic bestellt wurde, hat man gemunkelt, daß zwischen ihm und Holender eine engere Verbindung bestünde, aber inzwischen hat sich Holender doch mehr oder weniger indirekt kritisch zum Opernbetrieb geäußert, daß ich zweifle, ob da noch viel Konnex gegeben ist bzw. die Gerüchte völlig gestimmt haben. Holender soll nach Infos um die Ecke ja auch in der Ära nach Waechter eher zum Alleinherrscher tendiert haben. Klar ist, daß er sehr viel von Stimmen versteht, während seine Bilanz bezüglich Regisseuren seinerzeit sehr gemischt ausgefallen ist (aber aus meiner Sicht immerhin deutlich besser als die unter dem jetzigen Direktor).

    MARCO POLO 2006


    Ich verehre den Komponisten ebenso wie den Arrangeur, obwohl man beides natürlich nicht trennen kann - besonders deutlich wird das etwa beim "Gitana-Galopp" (der sich auf ein von Fanny Elssler getanztes Ballett bezieht). Lanner hat sich an damals eben derselben Vorlage mit einem Galopp versucht, zog aber beim Publikum den kürzeren. Hervorzuheben sind weiters unter anderem die "Paris(er)-Polka" (trotz des Titels "on English Airs"!) und der bezaubernde "Rosa-Walzer", benannt nach der Fürstin Rosa Eszterházy. In der Wiener Stadt- und Landesbibliothek befinden sich auch einige Manuskripte, die Vater Strauss offenbar von einem Kopisten unterschoben wurden. Die mich sehr ansprechende "Militär-Quadrille" steht ihm stilistisch allerdings so nahe, daß sie wohl aus seinem engsten Kreis stammen muß.

    Puccinis Musik gehört nun einmal stilistisch eindeutig in die Jahrzehnte um 1900. Wenn ich Scarpia und seine Mannschaft zum Beispiel in SS-Uniformen stecke, dann ergibt das zwar eine Übereinstimmung bezüglich der Fiesität, aber es bleibt ein Stilbruch, denn die SS asoziiert man nicht böser Eleganz und heuchlerischer Sentimentalität sondern mit brutaler Gewalt (Cavaradossi wird im Original ja nicht auf der Bühne gefoltert). Ebenso wenn ich die Paare der "Cosi" in heutigem Gewand auftreten lasse, dann spießt sich das mit dem Charakter der mozartischen Musik. Solche Widersprüche wirklich glaubhaft zu überwinden, bedarf es außergewöhnlichen Talents. Nicht umsonst verschwinden fast alle Inszenierungen bald in der Vergessenheit und nur wenige prägen die Erinnerung wie etwa ein Wieland Wagner.


    Rilke, ein Zeitgenosse Puccinis, sehr treffend:

    Ich fürchte mich so vor der Menschen Wort.

    Sie sprechen alles so deutlich aus.

    Wenn eine kleinere Bühne nicht die Mittel hat, eine "Tosca" mit entsprechenden Kulissen etc. auszustatten, dann ist das natürlich verständlich, und man ist auch von vornherein bereit, hier die entsprechenden Abstriche zu machen. Aber wenn solche Reduktion nicht zwingend ist, dann möchte ich doch die im Libretto vorgegebenen Schauplätze illusioniert haben (und das allein eröffnet ein weites Feld von Gestaltungsmöglichkeiten). Den Schluß des ersten Akts nicht in einem Kirchenraum spielen zu lassen oder die Engelsburg zu ignorieren, würde ich als empfindlichen Eingriff in das Werk ansehen. Oper ist ein Gesamtkunstwerk, Es geht nicht um Musik allein, sondern um ein Zusammenwirken aller Künste (und das reicht sogar über die Bühne hinaus). Nimmt man das Werk ernst, dann muß man sich in all seine Aspekte vertiefen (das kann ein Leben lang dauern und oft reicht nicht einmal das).

    Ich konzediere, daß es von jeder Regel auch einmal Ausnahmen geben kann, wenn wirkliche Könner am Werk sind. Aber normalerweise finde ich, wenn man "Tosca" oder "Cosi" oder was weiß ich unbedingt in die Gegenwart versetzen will, dann soll man den Stoff selbständig bearbeiten und von mir aus ein Musical daraus machen. Sich an Puccini und Mozart anzuhängen, verdeckt meist nur das eigene Unverständnis (das oft lediglich ein Teilverständnis ist) und verrät das Unvermögen, auf eigenen Beinen zu stehen. Ehrlich wäre es etwa zuzugeben, man macht eine "Traviata" so wie die jetzige der Wiener Staatsoper unter Benützung des Verdi-Werks, aber so wie es derzeit läuft, ist es eine Verballhornung des Originals.

    Wie gesagt, Genies können sich über Regeln hinwegsetzen, aber solche Begabungen sind dünn gesät. Wenn ein Regisseur ein paar Mal einen guten Einfall hat, berechtigt ihn das in meinen Augen nicht, sich an Monumenten zu vergreifen.

    Nach einer bekannten Anekdote wollte sich einst ein Monarch als leutselig und mit der Zeit gehend erweisen. Bei einem Besuch einer Institution (oder war es ein Künstlerverein?) wandte er sich huldvoll an seinen Gastgeber und sagte "Was gibt es denn Neues, lieber Meister?". Worauf ihm dieser entgegnete: "Kennen Eure Majestät eigentlich schon das Alte?"

    Obwohl niemand, der sich für klassisches Ballett begeistert, an Leben und Schaffen von Ludwig Minkus vorbeikommt, ist dieser meisterliche Spezialist nie so populär geworden wie etwa ein Adam, Delibes oder Tschaikowsky, obwohl einige seiner Werke nach wie vor immer wieder aufgeführt werden. Das liegt nicht zuletzt an der teils schwierigen Quellenlage wie auch an dem Umstand, daß Minkus fast ausschließlich für das Ballett komponierte und daher nicht den Weg in die Konzertsäle der Nachwelt fand.

    Ludwig (Léon, eigentlich Aloysius) Minkus wurde 1826 in Wien geboren und reüssierte als Kapellmeister und Violinist. Als solcher brachte er es bis zum Primgeiger der Wiener Hofoper, wechselte aber schon bald darauf 1853 für viele Jahre nach Rußland, wo er mit Arthur Saint-Léon und Marius Petipa zusammenarbeitete und die Position des kaiserlichen Ballettkomponisten bekleidete. 1886 pensioniert kehrte er 1891 nach Wien zurück, wo er in beschränkten Verhältnissen von seiner russischen Pension lebte, die er aber mit Beginn des Ersten Weltkriegs verlor. Völlig verarmt starb er 1891 in Wien. Sein Grab ist zwar erhalten, blieb aber als solches unkenntlich, da man die Inschrift auf dem Grabstein änderte, um Minkus' sterbliche Überreste vor den Nazis zu schützen.

    Er ist im Ausland fast bekannter als in seiner Heimat. Seine Hauptwerke "Don Quixote" und "La Bayadère" gehören zwar zu den bedeutendsten Schöpfungen des Genres, werden aber kaum bis nie in der ursprünglichen Fassung dargeboten. Die Originalpartitur zur "Bayadère" wurde überhaupt erst 2002 entdeckt, die von "Don Quixote" muß meines Wissens überhaupt erst gefunden werden. Diese Werke werden daher meist nur in stark veränderten und bearbeiteten Fassungen auf die Bühne gebracht.

    Bei der 1877 entstandenen "Bayadère" dominieren dabei Versionen, in denen der 4.Akt völlig weggelassen wird und man mit dem Vorgängen im Schattenreich schließt. So auch in dieser Edition einer Bolschoi-Aufführung von 2013:


    "Die Bayadère" - die tragische Geschichte der indischen Tempeltänzerin Nikiya, deren Verlobter Solor vom Raja gezwungen wird, sich mit dessen Tochter Gamzatti zu verloben - lädt geradezu ein, sie mit üppigen Dekorationen auszustatten. Das ist hier durchaus gelungen, allerdings gibt es auch eine Version mit dem Kirov-Ballett, die noch spektakulärer anmutet. Was aber die Tanzkunst betrifft, so wird das Bolschoi-Ballett nicht nur mit seinen Solisten seinem Ruf mehr als gerecht. Maria Alexandrova als Gamzatti besticht durch anmutige Perfektion und profitiert in der von Yuri Grigorovich bearbeiteten Choreographie von Petipa auch davon, daß nicht sie als die indirekte Mörderin Nikiyas erscheint, sondern allein ihr Vater diese Tat veranlaßt. Die Dame hatte nach Beendigung ihrer Karriere politische Ambitionen, die wenig sympathisch anmuten, aber als Künstlerin ist sie großartig, was nicht heißt, daß die anderen Protagonisten schwächer wären. Ich weiß nicht, wieviel Zwang, Schweiß und Tränen solche Aufführungen hervorbringen, aber auf der Bühne ist das Ergebnis überwältigend, selbst wenn man sich hinterher fragt, ob man nicht mit einem schlechten Gewissen zurückbleiben müßte. Man hört ja manchmal, daß derartige Spitzenleistungen oft einige Brutalität in der Vorbereitung bedingen.

    Beinahe, lieber Sadko, hätten wir uns bei dieser "Aida" getroffen, aber der Gesundheitszustand meiner Frau hat uns einen Strich durch die Rechnung gemacht (und ich war diese Woche auch nicht übermäßig gut beisammen). Ich bin aber sehr dankbar für den Bericht. Wenigstens habe ich nichts versäumt, um das ich tagelang trauern müßte - obwohl ich natürlich ganz gern wieder ein bißchen originale Opernluft geschnuppert hätte.

    Lieber Bernd,

    Es besteht überhaupt kein Grund, böse zu sein. Ich weiß, daß Brunner das französische System verwendet (die Böhm-Klarinette), was im deutschen Raum ziemlich umstritten ist. Ich bin aber Laie und kann ohne längere Vergleiche nicht beurteilen, ob diese Musik mit dem deutschen System in meinen Ohren besser klingt. Immerhin bringt Dein Hinweis auf einen zu hellen Ton mich überhaupt erst zu dem Bewußtsein, daß hier ein Problem existiert. Irgendwo in meinen Regalen verbirgt sich, wenn ich mich jetzt nicht irre, noch eine ältere Aufnahme eines Stamitz-Klarinettenkonzerts, an die ich mich sonst nicht erinnern kann. Wenn ich einmal die Zeit finde, werde ich die herauskramen und vergleichshören.

    Ich finde die Entwicklung, die Stamitz' Werke von fast noch barocken Reminiszenzen zu Klassik und fast schon romantischen Elementen nehmen, nicht als banal, auch wenn sie natürlich in der Regel nicht so raffiniert gestrickt sind wie die von Mozart (der aber auch manches hinterlassen hat, was ich alles andere als genial empfinde). Genau diese unsere divergierenden Geschmäcker ermöglichen aber erst einen Dialog, der nicht nur seicht dahinplätschert. Insofern ist es anregend, auch abweichende Meinungen zu vernehmen und darüber nachzudenken. Darin besteht ja auch ein wesentlicher Sinn für ein Forum dieser/unserer Art.


    <3 Herzliche Grüße

    Waldi

    TUDOR2014 (1994)

    Wiederholt mit Recht gerühmt sowohl was den Komponisten wie die Interpreten betrifft. Unbegreiflich, daß Mozart 1778 von den Mannheimern und den Klarinetten schwärmte und gleichzeitig Stamitz (und dessen Vater) als "elenden Notenschmierer" bezeichnete. Wollen wir hoffen, daß das vielleicht nur scherzhaft sein sollte - obwohl dem guten Wolferl böser Konkurrenzneid nicht ganz fremd war -, oder daß da menschlich-persönliche Differenzen eine Rolle spielten, denn Mozart gebrauchte noch andere, recht derbe Ausdrücke. Taktgefühl war ja nicht gerade Mozarts Stärke. Auch warf er Stamitz vor, ein Spieler zu sein, was, wenn ernst gemeint, verwundern muß, war Mozart doch selbst offenbar ziemlich spielsüchtig. Wie dem auch sei: Diese Konzerte sind vielfach Meisterwerke und ich kann diese Box nur wärmstens empfehlen.

    Wir sollten uns hüten, unsere Anschauungen von Homosexualität (und alles was damit zusammenhängt) des 21.Jahrhunderts so einfach auf das 18. und 19.Jahrhundert zu übertragen, das wäre naiv und unhistorisch gedacht. Natürlich hat es "das" auch gegeben, aber Männerfreundschaft hatte damals einen ganz anderen Stellenwert als heute und war auf Grund der gesellschaftlichen Gegebenheiten allgemein üblich. Denn Freundschaften zwischen Mann und Frau konnten rasch heikel werden, denn solche Beziehungen wurden sehr rasch mit - in den meisten Fällen unerwünschten - Verpflichtungen zur ehelichen Legalisierung belastet. Viele konnten sich von solchen Zwängen nicht befreien und befürchteten, "kompromittiert" zu werden. Außerdem waren Männer viel ungebundener im zwischenmenschlichen Verkehr, während die Frauen in der Regel nicht einfach hingehen konnten, wohin sie wollten, sondern Konventionen beachten mußten - von denen sich nur wenige freimachen konnten. Erst mit dem "Coming out" in Großbritannien und der Einführung in die Gesellschaft auf dem Kontinent wurde die Begegnung mit dem anderen Geschlecht erleichtert oder erst ermöglicht. Daher ergab sich von selbst, daß Frauen sich primär mit Frauen anfreundeten und Männer mit Männern - ohne daß das gleich unseren Verdacht erregen muß.

    Sony 2020

    Buchbinder hat die Klaviersonaten des öfteren aufgenommen, hier handelt sich um die Dresdner Einspielungen 2010-11. Ich hatte bisher nur einzelne Sonaten und Gulda auf Platte (daher schon seit Äonen nicht mehr gehört) und wollte eine klassische Version, bei der sich der Interpret nicht selbst in den Vordergrund spielt. Die Auswahl ist natürlich riesig, aber ich bin mit meiner Wahl sehr zufrieden.