Münchner Opernfestspiele 2024

  • Kann jemand etwas empfehlen?


    Als mir Salzburg zu teuer wurde bin ich viele Jahre im Juli nach München gepilgert, weil - abgesehen von der Qualität der Aufführungen - auch die Preise einfach unschlagbar sind. Ich habe mir jedes Jahr neu Inszeniertes herausgesucht, heuer wäre ich glücklich für das Wochenende 11.-13.7. mit "Pelléas und Mélisande", "Piqué Dame" und "Die Passagierin". Die Werke kann ich guten Gewissens empfehlen.

  • Die SZ-Print Ausgabe ist zwar nicht so schlecht in der Kritik, aber nur was den Ausdruck betrifft, nicht in Bezug auf die Stimme:

    (Bezahlschranke)


    Mit angegriffener Stimme


    Warum Jonas Kaufmanns Liederabend an der Oper die Fans dennoch beglückt


    von Paul Schäufele


    "Daß manche Töne von unten angejault werden müssen, nimmt ja nichts von der musikalischen Intelligenz, die Kaufmann ebenso beweist."

    "Stimmlich ist Kaufmanns südlich dunkel timbrieter Tenor wie gemacht für Franz Liszts Petrarca-Sonette. Nur zeigen sich deutlich auch die Schwächen. Das in mattem Piano erreichte "Benedette" klingt spröde, fällt als dünner Flötenton zu Boden. Das letzte Terzett des Lieds wirkt in der hohen Lage so verkrampft, daß man befürchtet, auf der Bühne der Staatsoper bliebe danach eine Spur kostbaren Kaufmann-Abriebs zurück."


    https://www.sueddeutsche.de/mu…5Lmhm4oCrEYc?reduced=true

    "Es gibt kein richtiges Leben im falschen." (Theodor W. Adorno)

  • Er sollte aufhören, hätte es längst sollen.

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    Umfasste das griechische Kunstwerk den Geist einer schönen Nation, so soll das Kunstwerk der Zukunft den Geist der freien Menschheit über alle Schranken der Nationalitäten hinaus umfassen; das nationale Wesen in ihm darf nur ein Schmuck, ein Reiz individueller Mannigfaltigkeit, nicht eine hemmende Schranke sein.
    (R. Wagner, Kunst und Revolution,1849)

  • Ich frage mich ja auch, was das für Leute sind, die zwischen den Liedern bei Schumann applaudieren. Mir scheint, dass das nicht das eigentlich doch eher kunstsinnige Münchner Publikum ist, sondern Groupies, die sich Kaufmann da heran gezüchtet hat.

  • sondern Groupies, die sich Kaufmann da heran gezüchtet hat.

    Ich bin mir nicht sicher, ob er selbst dahintersteckt, oder ob nicht vielmehr eine blinde (und vor allem taube!) Verehrer(innen)schar das ohne sein Zutun, und womöglich auch ohne seine Zustimmung von alleine auf die Beine gestellt hat.

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    Umfasste das griechische Kunstwerk den Geist einer schönen Nation, so soll das Kunstwerk der Zukunft den Geist der freien Menschheit über alle Schranken der Nationalitäten hinaus umfassen; das nationale Wesen in ihm darf nur ein Schmuck, ein Reiz individueller Mannigfaltigkeit, nicht eine hemmende Schranke sein.
    (R. Wagner, Kunst und Revolution,1849)

  • Ich bin mir nicht sicher, ob er selbst dahintersteckt, oder ob nicht vielmehr eine blinde (und vor allem taube!) Verehrer(innen)schar das ohne sein Zutun, und womöglich auch ohne seine Zustimmung von alleine auf die Beine gestellt hat.

    Ja, bewusst herbei geführt hat er das sicher nicht, es hat sich wohl so ergeben. Wobei natürlich die Frage bleibt, warum das bei ihm so ist, bei Christian Gerhaher aber etwa nicht.


    Ehrlich gesagt käme ich auch nie auf die Idee, einen Liederabend mit ihm zu besuchen (oder etwa mit Klaus-Florian Vogt).

  • Ich war vor vielen Jahren mal in einem LA mit Kaufmann, fand ihn da aber schon mäßig begeisternd. Seine Meriten liegen zweifellos im Genre der Oper, er ist nicht wirklich ein Liedsänger.

    Und was mich generell bei Liederabenden ärgert (das ist zumindest in München so), daß man vorher nicht erfährt, was gesungen wird. Es gibt Liederzyklen, auf die ich nicht scharf bin, und wenn ich die Katze im Sack kaufe, dann habe ich möglicherweise genau so einen.


    Gespannt bin ich ja nun auf die "Tosca". Erst die Absage von Anja Harteros, dann eine disparate Inszenierung und jetzt noch einen desolaten Jonas Kaufmann.....


    https://www.abendzeitung-muenc…ationaltheater-art-993237


    Und das für 145.-€/Karte. 😣

    "Es gibt kein richtiges Leben im falschen." (Theodor W. Adorno)

  • (das ist zumindest in München so)

    Von woanders kenne ich das auch, aber nicht flächendeckend, sondern nur ab und zu.

    daß man vorher nicht erfährt, was gesungen wird.

    Dann gehe ich jedenfalls nicht hin. Anders hätte ich mich nur bei Peter Schreier. Dietrich Fischer - Dieskau und Hermann Prey verhalten. Ansonsten will auch ich keine Katze im Sack kaufen.

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    Umfasste das griechische Kunstwerk den Geist einer schönen Nation, so soll das Kunstwerk der Zukunft den Geist der freien Menschheit über alle Schranken der Nationalitäten hinaus umfassen; das nationale Wesen in ihm darf nur ein Schmuck, ein Reiz individueller Mannigfaltigkeit, nicht eine hemmende Schranke sein.
    (R. Wagner, Kunst und Revolution,1849)

  • Wobei natürlich die Frage bleibt, warum das bei ihm so ist, bei Christian Gerhaher aber etwa nicht.

    Erstens weil anscheinend das Antlitz von Herrn Kaufmann eher dazu angetan ist, die Damenwelt in Wallung zu bringen, als das von Herrn Gerhaher. Und zweitens, weil auch Tenöre ihr Herz eher rührt als Bässe, warum auch immer.

    Ehrlich gesagt käme ich auch nie auf die Idee, einen Liederabend mit ihm zu besuchen (oder etwa mit Klaus-Florian Vogt).

    Ich auch nicht! Bei beiden nicht!

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    Umfasste das griechische Kunstwerk den Geist einer schönen Nation, so soll das Kunstwerk der Zukunft den Geist der freien Menschheit über alle Schranken der Nationalitäten hinaus umfassen; das nationale Wesen in ihm darf nur ein Schmuck, ein Reiz individueller Mannigfaltigkeit, nicht eine hemmende Schranke sein.
    (R. Wagner, Kunst und Revolution,1849)

  • Also, Liszts Petrarca-Sonette mit Jonas Kaufmann waren schon 2009 bei den Salzburger Festspielen sehr mühsam anzuhören, wie im Jahr zuvor Brittens Petrarca-Sonette in Schwarzenberg auch. Ich hatte es mit Kaufmann ja nie leicht, es war etwa so wie mit Montserrat Caballé. Es gab fast nie einen Abend, an dem ich ganz zufrieden und positiv gestimmt nach Hause gehen konnte (übrigens auch nicht aus der Oper). Meinen Erfahrungen nach fühlte sich Kaufmann am wohlsten bei Richard Strauss – Liedern, und dem Münchner waren auch in den beiden angeführten Liederabenden die jeweils zweiten Teile gewidmet.

    Diana Damrau hat ihn in Wien bei Wolfs „Italienischem Liederbuch“ einmal mitgerissen, eine „Winterreise“ im Konzerthaus war recht passabel (was für einen Sänger-Star doch etwas dürftig ist) allerdings durfte ich nicht an Hermann Prey oder die Ludwig denken.

    Und gar nicht gelungen schien mir das ganz allein gesungene „Lied von der Erde“ im Musikverein. Da musste mir, nach Hause gekommen, Kathleen Ferrier mit ihrer Interpretation des „Abschied“ den Mahler wieder zurechtrücken.

    Die interpretatorische Tiefe eines Christian Gerhaher oder Andrè Schuen hat Kaufmann meines Erachtens nie erreicht, und Konstantin Kimmel dürfte nach allem, was ich gelesen habe, ein äußerst spannender Lied-Sänger sein. Gehört hab‘ ich ihn bis jetzt noch nicht, aber zwischen Mai und Oktober 2025 wird man sechsmal Gelegenheit haben, ihn in Hohenems und Schwarzenberg zu hören, neben Gerhaher, Schuen und Christiane Karg.

  • Die interpretatorische Tiefe eines Christian Gerhaher oder Andrè Schuen hat Kaufmann meines Erachtens nie erreicht

    Mag das auch an seinen stimmtechnischen Voraussetzungen liegen? Sein "Gaumeln" hatte er eigentlich immer schon, und das ließ die Stimme sehr oft immer gedämpft, wie eingesperrt klingen, so dass ihre Entfaltungsmöglichkeiten eingeschränkt wirkten und wirken. Aber ich will keinem zu nahetreten. Das sind meine ganz eigenen Eindrücke, ohne Anspruch auf Allgemeinsgültigkeit.

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    Umfasste das griechische Kunstwerk den Geist einer schönen Nation, so soll das Kunstwerk der Zukunft den Geist der freien Menschheit über alle Schranken der Nationalitäten hinaus umfassen; das nationale Wesen in ihm darf nur ein Schmuck, ein Reiz individueller Mannigfaltigkeit, nicht eine hemmende Schranke sein.
    (R. Wagner, Kunst und Revolution,1849)

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