Münchner Opernfestspiele 2024

  • irgendwie reizt mich da nichts wirklich. tannhäuser und pique dame noch am ehesten. oder tosca, nur um zu sehen was sie fabriziert haben. Kann jemand etwas empfehlen? Ich plane im Sommer nochmal nach München zu fahren.


    Ich weigere mich hässliche Parsifal Interpretationen zu sehen und nur von den bildern, die ich gesehen habe, scheint diese besonders hässlich.

  • Ich weigere mich hässliche Parsifal Interpretationen zu sehen und nur von den bildern, die ich gesehen habe, scheint diese besonders hässlich.

    Hässlich sind insbesondere auch die Blumenmädchen. Kein Wunder, dass Parsifal da widersteht....

    Musikalisch ist Wagner in München ja immer sehr gut (zumindest das, was ich gesehen habe), aber bei den Inszenierungen folgte ein Missgriff auf den nächsten.

  • Hässlich sind insbesondere auch die Blumenmädchen. Kein Wunder, dass Parsifal da widersteht....

    Ein schönes Beispiel dafür, wie einfach schlecht Regie geführt wird, weil man den Text nicht berücksichtigt, sondern eigene Ideen die Stimmigkeit von Bühne und Text opfert, denn immerhin singt Parsifal:

    "Noch nie sah ich solch zierlich Geschlecht: nenn´ ich euch schön, dünkt euch das recht?"


    Und dass das nicht nur seinen Grund in mangelnder Urteilskraft des Parsifal hat, zeigt sich an den Regieanweisungen des Meisters: "

    Von allen Seiten her, zuerst aus dem Garten, dann aus dem Palaste, stürzen wirr durcheinander, einzeln, dann
    zugleich immer mehr
    schöne Mädchen herein: sie sind mit flüchtig übergeworfenen, zartfarbigen Schleiern verhüllt,

    wie soeben aus dem Schlafe aufgeschreckt.)"

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    Umfasste das griechische Kunstwerk den Geist einer schönen Nation, so soll das Kunstwerk der Zukunft den Geist der freien Menschheit über alle Schranken der Nationalitäten hinaus umfassen; das nationale Wesen in ihm darf nur ein Schmuck, ein Reiz individueller Mannigfaltigkeit, nicht eine hemmende Schranke sein.
    (R. Wagner, Kunst und Revolution,1849)

  • Aus solchen Gründen der Entstellung der Werke zieht es mich immer weniger in die Oper, selbst nicht in Stücke, die ich ansonsten ausgesprochen gernehabe. Derzeit interessieren mich die vor allem die Werke, die man selten sieht. Darum werde ich in Wiesbaden Ligetis "Le Grand Macabre" ansehen, wie ich auch dorthin zu Zimmermanns "Die Soldaten" gefahren bin.

    Ich werde mir aber auch in Bonn die "Meistersinger" ansehen und, wenn es zeitlich hinkommt, den "Parsifal" in Frankfurt nicht entgehen lassen. Ansonsten besuche ich Konzerte, höre meine tausende von Platten und CDs und schaue mir einige Youtube - Videos an. Das ist ungefähr mein Plan für die nächste Saison. Mal sehen, was ich mir darüber hinaus dann doch noch ansehe, weil ich neugierig bin und bestimmte Opern denn doch einfach immer mal wieder durch- und erleben möchte!

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    Umfasste das griechische Kunstwerk den Geist einer schönen Nation, so soll das Kunstwerk der Zukunft den Geist der freien Menschheit über alle Schranken der Nationalitäten hinaus umfassen; das nationale Wesen in ihm darf nur ein Schmuck, ein Reiz individueller Mannigfaltigkeit, nicht eine hemmende Schranke sein.
    (R. Wagner, Kunst und Revolution,1849)

  • Aus solchen Gründen der Entstellung der Werke zieht es mich immer weniger in die Oper, selbst nicht in Stücke, die ich ansonsten ausgesprochen gernehabe. Derzeit interessieren mich die vor allem die Werke, die man selten sieht. Darum werde ich in Wiesbaden Ligetis "Le Grand Macabre" ansehen, wie ich auch dorthin zu Zimmermanns "Die Soldaten" gefahren bin.

    Ich werde mir aber auch in Bonn die "Meistersinger" ansehen und, wenn es zeitlich hinkommt, den "Parsifal" in Frankfurt nicht entgehen lassen. Ansonsten besuche ich Konzerte, höre meine tausende von Platten und CDs und schaue mir einige Youtube - Videos an. Das ist ungefähr mein Plan für die nächste Saison. Mal sehen, was ich mir darüber hinaus dann doch noch ansehe, weil ich neugierig bin und bestimmte Opern denn doch einfach immer mal wieder durch- und erleben möchte!

    obwohl das nicht viel mit dem Thema zu tun hat, La Juive läuft gerade in Frankfurt und bekommt recht gute Kritiken. Ich höre das gerade und kann wirklich verstehen warum selbst Wagner daran gefallen gefunden hat, selbst mit der Thematik. Ich habe gestern mein Ticket für Anfang Juli gekauft. Den Meistersinger in Bonn hatte ich nicht auf dem Radar, kenne zwar niemanden der Beteiligten, aber ich lass mich auch mal überraschen.

  • Ein schönes Beispiel dafür, wie einfach schlecht Regie geführt wird, weil man den Text nicht berücksichtigt, sondern eigene Ideen die Stimmigkeit von Bühne und Text opfert, denn immerhin singt Parsifal:

    "Noch nie sah ich solch zierlich Geschlecht: nenn´ ich euch schön, dünkt euch das recht?"

    Wer könnte da widerstehen (außer Parsifal)?





    Es ging wohl bei der Produktion weniger darum, die Handlung schlüssig auf die Bühne zu bringen, als Herrn Baselitz die Gelegenheit zu geben, ein paar Bühnenbilder zu malen und sich mit seinem Namen zu schmücken.

  • Ach, Du meine Güte! Wenn der Klingsor diese Frauen vorher vor Augen gehabt hätte, hätte er "an sich" wohl kaum "die Frevlerhand legen" müssen. Wer weiß, wie die Geschichte dann verlaufen wäre. Wahrscheinlich hätte es einen Machtkampf zwischen Amfortas und Klingsor gegeben, zwei Alpha - Männchen gegeneinander. Am Ende wäre Parsifal gekommen und hätte die beiden als königliche Doppelspitze installiert und sich selbst als Gralspräsident. Dann hätte Parsifals Irrfahrt nicht so lange gedauert und der 2.Aufzug wäre dem näheren Kennenlernen von Kundry und Parsifal gewidmet gewesen. Statt Taufe und Tod käme dann am Ende Heirat, Schwangerschaft und die Installation der Doppelspitze durch die präsidialen werdenden Eltern. Und die Regie könnte dann überlegen, ob sie das kleine Lohengrinchen am Ende schon auf die Bühne bringt, oder ob es nur als Deixis am Phantasma im Sinne eines Objektes "guter Hoffnung" inszeniert.

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    Umfasste das griechische Kunstwerk den Geist einer schönen Nation, so soll das Kunstwerk der Zukunft den Geist der freien Menschheit über alle Schranken der Nationalitäten hinaus umfassen; das nationale Wesen in ihm darf nur ein Schmuck, ein Reiz individueller Mannigfaltigkeit, nicht eine hemmende Schranke sein.
    (R. Wagner, Kunst und Revolution,1849)

  • ja das hab ich auch gelesen. das sollte eigentlich unter der Würde der Münchner Oper sein, aber überrascht mich ehrlichgesagt nicht. Das scheint da Strategie zu sein, große Namen aufs Poster packen, aber nicht wirklich zu hinterfragen was am Ende dabei rauskommt. Ein bisschen zu dekadent und transparent für meinen Geschmack.

  • das sollte eigentlich unter der Würde der Münchner Oper sein,


    Ja, sollte es! Was haben wir für schöne (Wagner-) Inszenierungen gehabt!

    tannhäuser

    Keine Inszenierung, sondern eine "Performance" von Romeo Castellucci. Unerträglich ist Venus als Fleischberg. Ich verstehe überhaupt nicht, wie sich eine Sängerin für so etwas hergeben kann.


    Nicht zu gefallen vermochte Castelluccis Deutung des Venusberges, dem jede Erotik abging. Er besteht aus einem Haufen Fleisch und nackter unförmiger Haut, auf dem eine grauenerregende Venus thront. Dass es Tannhäuser unter diesen Umständen zuviel wird, ist verständlich. Auch wenn der Regisseur sich sicher dabei etwas gedacht hat: Dieses Bild ist einfach nur hässlich und abscheulich.


    https://deropernfreund.de/baye…r/mnchen-tannhuser-10706/


    Aus solchen Gründen der Entstellung der Werke zieht es mich immer weniger in die Oper, selbst nicht in Stücke, die ich ansonsten ausgesprochen gerne habe.

    Gerade nicht in Stücke, die ich sonst ausgesprochen gern habe! Bei anderen, die mir nicht so wichtig sind, tut es nicht so weh. Ein Beispiel dafür sind die neuen Münchner "Meistersinger". Sachs als Penner und Alkoholiker in einem Wohnwagen!<X

    Wir gehen in keine NP an der BSO mehr spontan, sondern warten erst mal ab. Bei der neuen "Tosca" habe ich mich vertan, ich habe schlicht nicht mitgekriegt, daß das eine neue Inszenierung ist. Aber wenigstens ist es musikalisch gut, habe die Premierenübertragung am Radio gehört.


    Wir fahren lieber nach Erl, z.B. in die "Götterdämmerung" in der Inszenierung von Brigitte Fassbaender. Die 3 anderen Teile kennen wir schon, und die waren gut, auch musikalisch. Und es ist für uns nicht so weit wie Bayreuth.

    "Es gibt kein richtiges Leben im falschen." (Theodor W. Adorno)

  • Das scheint da Strategie zu sein, große Namen aufs Poster packen,

    Das hat man ja in Bayreuth im letzten Lohengrin mit Neo Rauch ja auch probiert; die Regiearbeit ist dabei auch eher schlicht ausgefallen, aber immerhin war das Bühnenbild ansprechender.

  • Sachs als Penner und Alkoholiker in einem Wohnwagen!

    Ach Du Sch... !

    Wir fahren lieber nach Erl, z.B. in die "Götterdämmerung" in der Inszenierung von Brigitte Fassbaender.

    Da erleben Sie wahrscheinlich Wagner vom Feinsten.

    Das hat man ja in Bayreuth im letzten Lohengrin mit Neo Rauch ja auch probiert;

    Und zuvor schon mit dem "Nagel - Uecker".

    War aber vergebliche Liebesmüh, da am Main Tannhäuser auf junge Männer stand....

    Auch so ein Sch...

    ...wachsinn!

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    Umfasste das griechische Kunstwerk den Geist einer schönen Nation, so soll das Kunstwerk der Zukunft den Geist der freien Menschheit über alle Schranken der Nationalitäten hinaus umfassen; das nationale Wesen in ihm darf nur ein Schmuck, ein Reiz individueller Mannigfaltigkeit, nicht eine hemmende Schranke sein.
    (R. Wagner, Kunst und Revolution,1849)

  • Zitat

    Auch so ein Sch...

    ...wachsinn!

    dies bezieht sich auf Frankfurt. Nochmals Widerspruch, die Vorstellung war einer der besten Tannhäuser die ich bisher gesehen habe und ich meine damit die gesamte Produktion. Wenn es nochmals aufgenommen wird, würde ich jedem der nur am Rande etwas mit klassischer Musik zu tun hat, empfehlen sich es anzuschauen. Und ich würde es zum dritten Mal sehen wollen.

  • Nochmals Widerspruch, die Vorstellung war einer der besten Tannhäuser die ich bisher gesehen habe und ich meine damit die gesamte Produktion. Wenn es nochmals aufgenommen wird, würde ich jedem der nur am Rande etwas mit klassischer Musik zu tun hat, empfehlen sich es anzuschauen. Und ich würde es zum dritten Mal sehen wollen.

    Vielen Dank, Donner! Ich bin immer froh, wenn meine Negativurteile relativiert werden und ich gezwungen werde, ewas Neues zu erfahren und zu verstehen. Das bereichert ungemein. "Stets Gewohntes nur magst Du versteh´n." trifft auf mich wirklich nicht zu. Nur vermag ich in dem Inhalt dieser Äußerung:


    da am Main Tannhäuser auf junge Männer stand....

    keinerlei Sinn zu erkennen. Ich finde es abwegig, und - ja, ich meine, so kann ich es formulieren - willkürlich. Es bringt keinen neuen Aspekt des Stückes, auch keinen bisher nicht beachteten hervor, sondern es trägt einfach etwas hinein, was mit dem Grundkonflikten des Werkes nichts zu tun hat. Es geht um die Entscheidung zwischen zwei Frauen, die aber auch zwei Formen der Liebe und zugleich zwei unterschiedliche Welten darstellen. Es geht um das Geworfensein zwischen diesen beiden Welten und das Leiden daran und Versagen darin. Außerdem geht es um die Existenz des Künstlers in der Gesellschaft. Das alles ist doch schon viel und bietet soviele Nuancen, dass es eines solchen "Kunstgriffes", Tannhäuser zu einem homosexuellen Mann zu machen, gar nicht bedarf. Und Anhaltspunkte dafür sehe ich auch nicht. Insofern finde ich, dass diese Entscheidung der Regie schwachen Sinnes ist, nicht revolutionär, nicht emanzipatorisch, nicht befreiend, nicht originell, sondern einfach unnötig und ärgerlich und dem Publikum das überlagernd, was das Werk ihm alles mit ihrer (der Regie) Hilfe nahebringen könnte.
    Wenn Ihnen die Inszenierung gefallen hat, dann, so denke ich, trotz dieser regielichen Eigenmächtigkeit. Oder aber Sie sagen sich: ich lasse mich darauf ein, um zu schauen, wie das Stück auch so funktioniert, oder eben nicht. Das ist natürlich auch eine legitime Sichtweise, dann wird das Ganze irgendwie zu einem Experiment. Das interessiert mich aber nicht, wenn ich die Oper besuche. Das Werk kann bearbeitet werden, dann muss es auch als Bearbeitung angekündigt werden, oder es kann in der Literatur oder in anderen Kunstformen verarbeitet werden. Das kann sehr interessant sein, kommt dann aber nicht als Oper von Richard Wagner daher, sondern in ganz anderem Gewande und unter anderer Fahne. Das halte ich dann für redlich. Das Werk Verdrehendes aber finde ich nur noch ärgerlich, oder es lässt mich - jahrzehntelang Kummer gewöhnt - oft auch gleichgültig abwinkend zurück. Sehen möchte ich das aber nicht mehr. Ausnahmen gibt es (aber auch immer seltener) für mich noch in Bayreuth, weil ich dort in ganz anderer Weise tage- und wochenlang mich auch fast nur mit Wagner beschäftige und der Bayreuth - Aufenthalt für mich persönlich viele wichtige Aspekte bietet. In den "Parsifal", der jetzt dort läuft, würde ich in einer anderen Stadt nicht mehr hineingehen.

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    Umfasste das griechische Kunstwerk den Geist einer schönen Nation, so soll das Kunstwerk der Zukunft den Geist der freien Menschheit über alle Schranken der Nationalitäten hinaus umfassen; das nationale Wesen in ihm darf nur ein Schmuck, ein Reiz individueller Mannigfaltigkeit, nicht eine hemmende Schranke sein.
    (R. Wagner, Kunst und Revolution,1849)

  • Kann jemand etwas empfehlen? Ich plane im Sommer nochmal nach München zu fahren.

    Ich bin weit davon entfernt, jemandem etwas zu empfehlen oder nicht zu empfehlen (zumal ich die betreffenden Produktionen gar nicht kenne!), aber ich plane 2024 einen intensiven München-Sommer, denn ich habe fix geplant, am 30. Juni („Elektra“), am 23. Juli („Parsifal“) und am 25. Juni („Tannhäuser“) hinzufahren (und dann jeweils mit dem Nachtzug nach Wien zurück).

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