Herbert Blomstedt

  • "95 und immer noch am Lernen"

    Hier ein ganz neues interessantes Interview mit dem 95jährigen so bescheidenen wie versierten und weisen Dirigenten, der das Werk immer über die eigene Eitelkeit stellt:


    https://www.br.de/mediathek/po…herbert-blomstedt/1947179

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    Umfasste das griechische Kunstwerk den Geist einer schönen Nation, so soll das Kunstwerk der Zukunft den Geist der freien Menschheit über alle Schranken der Nationalitäten hinaus umfassen; das nationale Wesen in ihm darf nur ein Schmuck, ein Reiz individueller Mannigfaltigkeit, nicht eine hemmende Schranke sein.
    (R. Wagner, Kunst und Revolution,1849)

  • Schön, dass der erste Thread, der sich explizit mit einem Dirigenten befasst, Herbert Blomstedt gewidmet ist, der seine Karriere auf seriöser Beschäftigung mit Musik aufbaut und frei von jeder Selbstdarstellung ist.

    Dass der am 11. Juli 1927 geborene Blomstedt immer noch so häufig dirigiert und das auf einem -- sofern ich es aufgrund weniger Hörerlebnisse beurteilen kann -- bemerkenswert hohen Niveau, ist wunderbar. In den letzten Jahren sind endlich auch die Wiener Philharmoniker draufgekommen, dass er ein hervorragender Dirigent ist, seitdem dirigiert er sie regelmäßig.

  • Herbert Blomstedt ist auch deshalb für mich eine bedeutende Figur, weil seine Intention radikal dem gilt, dem Werk zu dienen. So sagt er:

    "Die Partitur ist für mich ein übergeordneter kategorischer Imperativ [...] Das Unterordnen ist manchmal schwierig, das wissen wir, aber das kann man nur erreichen, wenn man die Musik liebt und sich ihr ergibt."

    (Quelle: Ein Programmheft, das mir derzeit nicht vorliegt. Ein Teil daraus wird auch hier zitiert:

    deutschlandfunk.de/der-dirigen…ml?dram:article_id=207467)

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    Umfasste das griechische Kunstwerk den Geist einer schönen Nation, so soll das Kunstwerk der Zukunft den Geist der freien Menschheit über alle Schranken der Nationalitäten hinaus umfassen; das nationale Wesen in ihm darf nur ein Schmuck, ein Reiz individueller Mannigfaltigkeit, nicht eine hemmende Schranke sein.
    (R. Wagner, Kunst und Revolution,1849)

  • Ich schätze Blomstedt sehr, aber ich finde, es gibt doch so viel Wichtiges, das nicht unmittelbar aus der Partitur geschlossen werden kann, sondern das zur musikalischen Interpretation gehört. Wenn das „Sich-der-Partitur-Unterordnen“ aber so gemeint ist, dass man das aufzuführende Musikstück in den Mittelpunkt stellt und auf Selbstdarstellung (eines Teodor Currentzis etc. etc.) verzichtet, dann kann ich der Äußerung Blomstedts sehr viel abgewinnen.

  • Wenn das „Sich-der-Partitur-Unterordnen“ aber so gemeint ist, dass man das aufzuführende Musikstück in den Mittelpunkt stellt und auf Selbstdarstellung (eines Teodor Currentzis etc. etc.) verzichtet, dann kann ich der Äußerung Blomstedts sehr viel abgewinnen.

    Gewiss meint er es so. Er ringt lebenslang mit den Partituren. Vielleicht kann man es so formulieren: es geht ihm um die Idee des Stückes, die er aus der Partitur lesen will, nicht um seine Idee, die er dem Werk aufdrücken will. Er hat eine gewisse Demut vor dem Werk und vor dessen Komponisten und versteht sich selbstverständlich als nachschaffender Künstler.

    Im Interview erzählt er zudem, dass er von Pultstars nichts hält, auch nicht von dirigentischer Machtmanier.

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    Umfasste das griechische Kunstwerk den Geist einer schönen Nation, so soll das Kunstwerk der Zukunft den Geist der freien Menschheit über alle Schranken der Nationalitäten hinaus umfassen; das nationale Wesen in ihm darf nur ein Schmuck, ein Reiz individueller Mannigfaltigkeit, nicht eine hemmende Schranke sein.
    (R. Wagner, Kunst und Revolution,1849)

  • Schon gegen Ende meiner Schulzeit (sprich so um 1980 herum) war ich sehr begeistert von Carl Nielsens Musik, die damals in Deutschland nur wenig bekannt war. Die einzige zu Beginn der 80er Jahre für mich aufzutreibende Gesamtaufnahme der Symphonien des dänischen Meisters stand unter dem Dirigat Herbert Blomstedts, der sicher viel für die internationale Verbreitung der Werke Nielsens getan hat.


    Ein einziges Mal konnte ich Blomstedt dann auch live mit Nielsens Vierter (und seinem damaligen Hausorchester aus San Francisco) in der Kölner Philharmonie erleben. Der Abend liegt schon Jahrzehnte zurück, aber er wird mir immer unvergesslich bleiben.


    Eine der Lieblingskompositionen Blomstedts ist gemäß einer von mir gehörten Radiosendung dieses kurze "Zwischenspiel" seines schwedischen Landsmanns Wilhelm Stenhammar:


    Wilhelm Stenhammar - Mellanspel ur "Sången" (Blomstedt/Stockholm Philharmonic Orchestra) - YouTube


    Über die betreffende Sendung und damit indirekt über Blomstedt bin ich zu einer für mich ziemlich fruchtbringenden näheren Beschäftigung mit Stenhammars Oeuvre gelangt....


    Kurz und gut: Ich halte Herbert Blomstedt für eine der wichtigsten und sympathischsten Erscheinungen unter den bedeutenden Dirigenten der Gegenwart.

  • "Zwischenspiel" seines schwedischen Landsmanns Wilhelm Stenhammar


    Vielen Dank für dieses wunderschöne, auch an Bruckner erinnernde Stück Musik! Tief in der Schlichtheit, schlicht in der Tiefe!

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    Umfasste das griechische Kunstwerk den Geist einer schönen Nation, so soll das Kunstwerk der Zukunft den Geist der freien Menschheit über alle Schranken der Nationalitäten hinaus umfassen; das nationale Wesen in ihm darf nur ein Schmuck, ein Reiz individueller Mannigfaltigkeit, nicht eine hemmende Schranke sein.
    (R. Wagner, Kunst und Revolution,1849)

  • Schon lange bin ich ein Verehrer des Herbert Blomstedt. Das hat natürlich auch damit zu tun, dass er mit Sicherheit der Dirigent ist, den ich am häufigsten live erlebt habe. Dies wiederum hängt mit seiner Funktion als Ehrendirigent der Bamberger Symphoniker zusammen.


    Vieles wurde hier bereits gesagt über seine unprätentiöse Grundhaltung. Auch wenn er neben den wichtigen Klassikern vor allem skandinavisches Repertoire bedient hat und bedient und auch wenn er eine typische Alterskarriere beanspruchen darf, so hat er auf der anderen Seite doch auch Ende der Siebziger die Uraufführung von Allan Petterssons zweitem Violinkonzert mit Ida Haendel geleitet und 1980 eine CD-Produktion vorgenommen. Auch wenn es mittlerweile zwei weitere, modernere Einspielungen gibt, die sich im Charakter unterscheiden, so bleibt der Wert der Aufnahme mit Blomstedt allenthalben bestehen. Ich kenne alle drei Aufnahmen recht gut. Das ist zwar skandinavische Musik, aber in ihrer Modernität, Komplexität und Gefühlsintensität doch ein Beleg für den noch relativ jungen Stürmer und Dränger Blomstedt, der er natürlich nicht mehr sein kann.


    :) Wolfgang

  • Die Bamberger Symphoniker spielen Schuberts "Unvollendete" unter H. Blomstedt: https://www.youtube.com/watch?v=5gJ9XM5gOIc

    Diese Zeitschrift hört darin die "Apotheose des Abschieds": https://www.jungewelt.de/artik…theose-des-abschieds.html

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    Umfasste das griechische Kunstwerk den Geist einer schönen Nation, so soll das Kunstwerk der Zukunft den Geist der freien Menschheit über alle Schranken der Nationalitäten hinaus umfassen; das nationale Wesen in ihm darf nur ein Schmuck, ein Reiz individueller Mannigfaltigkeit, nicht eine hemmende Schranke sein.
    (R. Wagner, Kunst und Revolution,1849)

  • Eine Kritik und eine - wie ich finde - relativ wenig aussagekräftige CD - Empfehlung:


    https://www.derstandard.de/sto…s-mit-seltsamer-symphonik

    https://www.br-klassik.de/orch…honien-blomstedt-100.html

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    (R. Wagner, Kunst und Revolution,1849)

  • Gespräch mit dem weisen alten Dirigenten:

    https://www.swr.de/swr2/musik-…edt-im-gespraech-100.html

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    Umfasste das griechische Kunstwerk den Geist einer schönen Nation, so soll das Kunstwerk der Zukunft den Geist der freien Menschheit über alle Schranken der Nationalitäten hinaus umfassen; das nationale Wesen in ihm darf nur ein Schmuck, ein Reiz individueller Mannigfaltigkeit, nicht eine hemmende Schranke sein.
    (R. Wagner, Kunst und Revolution,1849)

  • Den hören wir nächsten Samstag

    Wie schön! Wo denn?

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    Umfasste das griechische Kunstwerk den Geist einer schönen Nation, so soll das Kunstwerk der Zukunft den Geist der freien Menschheit über alle Schranken der Nationalitäten hinaus umfassen; das nationale Wesen in ihm darf nur ein Schmuck, ein Reiz individueller Mannigfaltigkeit, nicht eine hemmende Schranke sein.
    (R. Wagner, Kunst und Revolution,1849)

  • Danke! Würden Sie danach bitte kurz ein wenig berichten?

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    Umfasste das griechische Kunstwerk den Geist einer schönen Nation, so soll das Kunstwerk der Zukunft den Geist der freien Menschheit über alle Schranken der Nationalitäten hinaus umfassen; das nationale Wesen in ihm darf nur ein Schmuck, ein Reiz individueller Mannigfaltigkeit, nicht eine hemmende Schranke sein.
    (R. Wagner, Kunst und Revolution,1849)

  • Hier ein Hinweis auf das inzwischen schon vergangene Konzert in Leipzig mit kurzen Gesprächsteilen und einem Eindruck des Dirigats des großen Dirigenten:

    https://www.mdr.de/video/mdr-videos/a/video-753506.html

    Hier könnte man eine Kritik dazu hören, wenn man die Bezahlschranke überwinden kann. Ich kann es nicht, habe dafür keine Berechtigung: https://www.lvz.de/kultur/weis…APRJF2DLWKXNPDZFK5EY.html

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    Umfasste das griechische Kunstwerk den Geist einer schönen Nation, so soll das Kunstwerk der Zukunft den Geist der freien Menschheit über alle Schranken der Nationalitäten hinaus umfassen; das nationale Wesen in ihm darf nur ein Schmuck, ein Reiz individueller Mannigfaltigkeit, nicht eine hemmende Schranke sein.
    (R. Wagner, Kunst und Revolution,1849)

  • Ein sicher lesenswertes Gespräch, das ich selbst wegen der Bezahlschranke aber nicht öffnen kann: https://www.welt.de/kultur/plu…jaehrigen-Dirigenten.html

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    Umfasste das griechische Kunstwerk den Geist einer schönen Nation, so soll das Kunstwerk der Zukunft den Geist der freien Menschheit über alle Schranken der Nationalitäten hinaus umfassen; das nationale Wesen in ihm darf nur ein Schmuck, ein Reiz individueller Mannigfaltigkeit, nicht eine hemmende Schranke sein.
    (R. Wagner, Kunst und Revolution,1849)

  • Eine nachdenklichstimmende kluge und behutsame Kritik:

    https://bachtrack.com/de_DE/kr…rchester-zurich-juni-2024

    Sprechender, wie ich finde, als dieser Rückblick auf das selbe Ereignis:

    https://www.nzz.ch/feuilleton/…en-kopf-verlor-ld.1835883

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    Umfasste das griechische Kunstwerk den Geist einer schönen Nation, so soll das Kunstwerk der Zukunft den Geist der freien Menschheit über alle Schranken der Nationalitäten hinaus umfassen; das nationale Wesen in ihm darf nur ein Schmuck, ein Reiz individueller Mannigfaltigkeit, nicht eine hemmende Schranke sein.
    (R. Wagner, Kunst und Revolution,1849)

  • Lieber Hagen! Danke für das Verbreiten dieser beiden Einschätzungen, auf die ich sonst nicht gestoßen wäre. Die erste Kritik ist in der Tat nachdenklich stimmend und gleichzeitig sehr aussagekräftig.

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