Opernberichte der Saison 2023/24

  • Auch meine Frau und ich waren in der zweiten Vorstellung am Donnerstag und können alles, was darüber geschrieben und hier gesagt wurde, nur doppelt und dreifach unterstreichen! Bis in die kleinen Rollen hinein exquisite Leistungen. Der rollendebütierende Klaus Florian Vogt ein glaubwürdiger, darstellerisch und sängerisch vollkommen überzeugender Tristan. Im Zusammenspiel mit Camilla Nylund ein Traumpaar zum Niederknien. Und Christian Thielemann merkte man beim Applaus Rührung an.

  • Ich beneide Alle, die in der Nähe der Semperoper wohnen, denn schon mein erster Besuch dort hat mich total beeindruckt. Das scheint wirklich ein Haus allerster Güteklasse zu sein, nur für mich leider am anderen Ende der Welt. Ich habe im März auch einen Tristan in meinem Abo, allerdings werde ich da wohl kaum auf den Wagner-Geschmack kommen, denn unsere Opéra ist für herausragende Barockaufführungen bekannt. Ich bin sehr gespannt und werde berichten.

    Der Trailer ist wirklich eindrucksvoll.

    O Mensch, lerne singen und tanzen, sonst wissen die Engel im Himmel nichts mit Dir anzufangen .

  • Nur der Vollständigkeit halber die Besetzung, entnommen dem zweiten von Ira genannten Link:


    Musikalische Leitung Christian Thielemann

    Inszenierung und Bühnenbild Marco Arturo Marelli

    Kostüme Dagmar Niefind-Marelli

    Lightdesign Friedewalt Degen

    Chor André Kellinghaus

    Bühnenmusik Alexander Bülow


    Tristan Klaus Florian Vogt

    Isolde Camilla Nylund

    König Marke Georg Zeppenfeld

    Kurwenal Martin Gantner

    Brangäne Christa Mayer

    Melot Sebastian Wartig

    Ein Hirt Attilio Glaser

    Ein Steuermann Lawson Anderson

    Ein junger Seemann Attilio Glaser


    Sächsischer Staatsopernchor Dresden

    Sächsische Staatskapelle Dresden


    Co-Produktion mit der Opéra de Montpellier.

  • Mi., 31. Jänner 2024: WIEN (Staatsoper): Francis Poulenc, Gespräche der Karmelitinnen / Dialogues des Carmélites

    Von sehr hoher Qualität ist die aktuelle Serie der „Gespräche der Karmeliterinnen“, wobei ich bekennen muss, mit diesem Stück gar nicht warm zu werden, denn stellenweise sehr schöne Musik ist insgesamt zu wenig, wenn sonst musikalisch nichts bis wenig stattfindet. Mit einer Ausnahme (gemeint ist der unerträgliche Andrea Giovannini als Erster Kommissar) erbrachten die Sänger sehr gute Leistungen, aber aufgrund meiner nur oberflächlichen Kenntnis des Stückes kann ich niemanden hervorheben: Es waren Nicole Car (Blanche), Bernard Richter (Chevalier), Michaela Schuster (Madame de Croissy), Maria Motolygina (besonders gut als Madame Lidoine), Julie Boulianne (Mère Marie), Michael Kraus (Marquis, diesmal sogar anhörbar), Sabine Devieilhe (Sœur Constance), Szilvia Vörös (Mère Jeanne), Daria Sushkova (Sœur Mathilde) und Thomas Ebenstein (Beichtvater). Bertrand de Billy dirigierte das (von wenigen Blechbläserstellen abgesehen) gut disponierte Orchester; die Inszenierung von Magdalena Fuchsberger (Bühne von Monika Biegler, Kostüme von Valentin Köhler) ist nicht schlecht, aber entfacht durch ihre verwinkelte Bühne und durch die langen stummen „Zwischenspiele“ keine Begeisterung. Nach der fürchterlichen „Ariadne“ neulich war also heute wieder eine sehr gute Aufführung zu hören, auch mein letzter Konzertbesuch (24. Jänner: RSO im Musikverein unter anderem mit der 5. Schostakowitsch) war erfreulich.

  • Die Inszenierung (...) ist nicht schlecht, aber entfacht durch ihre verwinkelte Bühne und durch die langen stummen „Zwischenspiele“ keine Begeisterung

    Dem kann ich nur zustimmen. Ich glaube allerdings, dass die Regisseurin zu „verkopft“ herangegangen ist, und mit ihrer Bezugnahme auf Teresa von Avila und deren mystischen Wohnungen der „inneren Burg“ (laut Programmbuch) das Geschehen nur verkompliziert hat. Optisch und in den Aktionen auf der Bühne. Ich habe gestern lange gebraucht, bis ich mich in dem Gestänge der rotierenden Drehbühne zurecht gefunden habe, die kunsthistorischen Assoziationen haben mich ziemlich abgelenkt, was die Tänzerin sollte, konnte ich nur erahnen, und das kleine Kind mit Krone hat mich eher an eines der kitschigen Jesuleins des südlichen Katholizismus erinnert, nicht an Ludwig XVII., der ja bekanntlich als Heranwachsender schön langsam zu Tode geprügelt worden ist. Warum ich wenig mitbekommen habe, liegt vor allem daran, denke ich, dass ich mich sehr auf den Text auf dem kleinen Display konzentriert habe. Der Text ist doch sehr wichtig, die theologischen Diskussionen sind mir eher fremd, daher sehr kompliziert gedanklich nachzuvollziehen. (Manchmal wünsche ich mir das Untertitelsystem über dem Bühnenrand zurück, da muss ich dann nicht ständig den Blick von der Szene wegwenden). Wenn ich’s genau nehme, habe ich außer den vielen Schönheiten der Partitur und der Frauenstimmen relativ wenig mitgekriegt. Bei Michaela Schuster hatte ich allerdings den Eindruck, dass es manchmal sehr expressiv zuging, um stimmliche Mängel zu kaschieren. Maria Motolygina , Julie Boulianne, Nicole Car und Sabine Devieilhe haben mich jedoch sehr begeistert. Und natürlich Bertrand de Billy, für den ich ein Faible habe, seitdem er mich mit seinem ORF-Orchester mit vielen interessanten Werken der französischen Konzertliteratur bekannt gemacht hat. Insgesamt bin ich aber mit der Robert-Carsen Inszenierung im Theater an der Wien, ebenfalls mit de Billy am Pult, wesentlich besser zu Rande gekommen.

  • Das ist in der Tat eine sehr besondere Oper, bei der für mich der Text persönlich fast noch eindrucksvoller ist als die Musik. Da braucht es selbstverständlich akzentfreie francophile SängerInnen. Vor vielen Jahren habe ich mich mal intensiv mit dieser Oper auseinandergesetzt. Von eurer Besetzung kenne ich Sabine Devielhe sehr gut, da schon oft auf der Bühne gehört und gesehen. Eine der besten französischen Sängerinnen unserer Zeit- die Constance passt sicher gut zu ihr- ich habe sie bisher eher in Koloratur Partien wie Lakme oder Sonnambula erlebt. Ihr habt es wirklich sooo gut in Wien! 🎶🤩

    O Mensch, lerne singen und tanzen, sonst wissen die Engel im Himmel nichts mit Dir anzufangen .

  • Ich glaube allerdings, dass die Regisseurin zu „verkopft“ herangegangen ist, und mit ihrer Bezugnahme auf Teresa von Avila und deren mystischen Wohnungen der „inneren Burg“ (laut Programmbuch) das Geschehen nur verkompliziert hat.

    Vielen Dank für die ergänzenden Ausführungen, denen ich zustimme und die sehr gut auf den Punkt bringen, worin auch für mich das Problem dieser Inszenierung besteht. Ich habe die beiden Serien im Theater an der Wien (Jänner 2008 + April 2011) bedauerlicherweise verpasst, aber ich kann mir sehr gut vorstellen, dass dieses Werk im deutlich kleineren Haus (zumal dort auch in einer Robert-Carsen-Inszenierung) besser zur Geltung kommt!


    Was die Untertitel-Displays anbelangt, finde ich sie übrigens besser wenn der Text (wie ja in anderen Häusern üblich) über der Bühne mitläuft, weil man bei den Wiener Displays auch die Sprache einstellen kann: So habe ich den Text auf dem Display links von mir auf Deutsch mitgelesen und rechts von mir auf Französisch, und ich konnte dort hinschauen, wo es mir gerade gepasst hat.


    Von eurer Besetzung kenne ich Sabine Devielhe sehr gut, da schon oft auf der Bühne gehört und gesehen. Eine der besten französischen Sängerinnen unserer Zeit

    Ja, sie hat mir auch sehr gut gefallen!

  • So., 4. Februar 2024: BRÜNN/BRNO (Janáček-Theater): Friedrich Smetana, Dalibor (bis inkl. der ersten Szene des zweiten Aktes)

    Aktuell befinden wir uns in einem Smetana-Jahr, was zu den Wiener Operndirektoren bedauerlicherweise nicht durchgedrungen sein dürfte, denn das wäre doch ein Anlass, eines der selten gespielten Werke Smetanas auf den Spielplan zu setzen, die aufgrund der Popularität der vergleichsweise schwachen „Verkauften Braut“ hierzulande ein Schattendasein fristen, aber glücklicherweise kann man ja in benachbarte Länder ausweichen: Heute besuchte ich die erste Reprise der neuen Brünner „Dalibor“-Produktion – oder zumindest das, was davon gespielt wurde.


    Der Abend begann mit einer Ansage: Peter Berger (der Sänger der Titelrolle) wurde als indisponiert angesagt, und das trat im Verlaufe der Aufführung sehr deutlich zutage: Berger begann stimmlich sehr imposant, aber sehr bald hörte man eine wirklich starke Indisposition (ich gehöre nicht zu den Peter-Berger-Fans, aber er kann es gesund sicherlich viel besser). Am besten gefiel mir Jana Šrejma Kačírková (Jitka), die ja schon mehrmals unter Beweis gestellt hat, dass sie zu den allerbesten Sängerinnen des Hauses gehört; Csilla Boross war eine sehr laute Milada und gefiel mir gut – wobei ich insofern Abstriche machen muss, als ich mir sicher bin, dass die Sänger elektronisch verstärkt wurden (besonders auffallend bei den beiden Damen; einmal hörte man auch viel zu deutliches Atmen), und das ist eine ganz bedenkliche und schädliche Entwicklung. Der in Wien wohlbekannte Tomasz Konieczny war ein eindrucksvoller Vladislav, und es stimmt, dass er im slavischen Repertoire besser klingt als im deutschen (aber ich finde ihn generell sehr gut und verstehe die an ihm vorgebrachte Kritik nur wenig). Zum Dirigat von Tomáš Hanus kann ich mangels Vergleichsmöglichkeiten nichts sagen; die Inszenierung (es handelt sich um eine Koproduktion mit der Welsh National Opera) von David Pountney (Bühnenbild von Robert Innes Hopkins; Kostüme von Marie-Jeanne Lecca) fand ich bis zur Pause uninspiriert und blödsinnig (Live-Kameras sind mühsam), dabei doch auffallend „klassisch“. Dass Pountney in Wien eine hervorragende „Jenůfa“ auf die Bühne gestellt hat, glaubte ich nach dem „Dalibor“-Eindruck nicht.


    Nach (!) der knapp halbstündigen Pause (gespielt worden waren bis dahin knappe 60 Minuten, also bis inkl. der ersten Szene des zweiten Aktes) gab es eine böse Überraschung, nämlich einen Vorstellungsabbruch aufgrund der Indisposition des Hauptrollensängers. Ich frage mich, wieso man das um Himmels willen erst nach der Pause verkündete (und somit die Leute völlig unnötig eine knappe halbe Stunde im Haus warten ließ – wäre der Abbruch früher bekannt geworden, wäre sich noch der Zug eine Stunde früher ausgegangen!), wieso man kein Cover organisierte und wieso um alles in der Welt der betroffene Sänger sich seine Kräfte nicht einteilte, sondern zu Beginn des Abends voll aussang: Mit einer klügeren Disposition (möglicherweise mit einem großen Strich im zweiten Akt) wäre ein Vorstellungsabbruch auch mangels eines Ersatzsängers vermutlich abwendbar gewesen.

  • Sa., 10. Februar 2024: BRÜNN/BRNO (Janáček-Theater): Friedrich Smetana, Dalibor

    Der zweite Versuch, sich in Brünn Smetanas „Dalibor“ anzuhören, war von deutlich mehr Erfolg gekrönt als der erste, wobei der Vorstellungsabbruch kurz nach Ende des ersten Aktes rückblickend insofern nicht so schlimm war, als sich die beste Musik dieser Oper meiner Ansicht nach in ebendiesem ersten Akt befindet und vor allem der zweite Akt recht öde ist. Dennoch halte ich „Dalibor“ für ein eindeutig staatsopernreifes Stück, und Roščić täte gut daran, über eine Wiener „Dalibor“-Produktion nachzudenken anstatt am laufenden Band Werke neu herauszubringen, die sich ohnehin im Repertoire befinden.


    Aus naheliegenden Gründen sang Peter Berger heute nicht die Titelrolle; der Ersatzmann war der in Tschechien zwar oft zu hörende, aber bisher nicht bekannte Richard Samek, dessen hell timbrierte Stimme grundsätzlich sehr schön ist, aber der Dalibor ist für ihn eindeutig mindestens eine Grenzpartie bzw. liegt eigentlich schon knapp jenseits der kritischen Grenze. Dennoch, er ließ eine für einen Einspringer sehr achtbare Leistung hören (er begann sehr vorsichtig und probierte zu Beginn offenbar aus, was stimmlich möglich ist und was nicht), aber ich kann mir gut vorstellen, dass er in etwas leichteren Tenorrollen weit besser reüssieren kann. Csilla Boross und Jana Šrejma Kačírková (letztere heute noch besser im Sinne von „höhensicherer“ als am 4. Februar) gefielen mir auch heute als Milada und Jitka sehr gut, was auch für Tomasz Konieczny in der Rolle des Königs Vladislav gilt, der mit seiner Riesenstimme in dem kleinen Haus gewaltigen Eindruck hinterließ und, wie schon letzte Woche geschrieben, für das slavische Fach besser passt als für das deutsche. Daniel Kfelíř (Budivoj) klang wie Kurt Schreibmayer früher (nur als Bariton), und das ist als Kompliment gemeint; Ondřej Koplík war als Vitek zwar solide, aber recht blass; David Szendiuch ergänzte als Beneš solide.


    Zum Dirigat von Jakub Klecker kann ich mangels Kenntnis des Stückes nichts sagen, außer dass ich einen sehr guten Eindruck hatte und er etwas schneller als Tomáš Hanus unterwegs war, was dem Stück gut tut. Mit der Inszenierung von David Pountney (Bühnenbild von Robert Innes Hopkins; Kostüme von Marie-Jeanne Lecca) bin ich heute deutlich besser zurechtgekommen: Ja, die Live-Kameras nerven, und ja, das Bühnenbild ist nicht sonderlich inspiriert oder ansprechend, aber die Inszenierung tut, was sie soll, und hält für mich keine Ärgernisse oder handwerkliche Fehler bereit. Wieso rund zwei Fünftel des Orchestergrabens mit einem Netz abgedeckt sind, habe ich allerdings nicht durchschaut. Dass die Sänger elektronisch verstärkt wurden, ist nach wie vor ein großes Ärgernis und eine grundfalsche Entwicklung, allerdings waren heute glücklicherweise die Mikrophone über weite Strecken nicht so penetrant aufgedreht wie letzte Woche.

  • Sa., 24. Februar 2024: WIEN (Staatsoper): Giacomo Puccini, Das Triptychon / Il trittico

    Carlos Álvarez ist mittlerweile in Wien ein seltener Gast, was nicht daran liegt, dass er nicht angesetzt wird, sondern daran, dass regelmäßig sein Name auf mysteriöse Art und Weise wieder aus den Besetzungslisten verschwindet (so im vergangenen Monat als Jack Rance und kommendes Monat als Wilhelm Tell), und über die diesbezüglichen Gründe erfährt man nichts Offizielles. Dieser unerfreuliche Zustand wurde allerdings jedenfalls in der gegenwärtigen „Triptychon“-Serie unterbrochen, denn Álvarez sang tatsächlich (im Unterschied zur Premierenserie im Oktober 2023). Dementsprechend gespannt war ich auf den heutigen Abend, allerdings enttäuschte mich Álvarez im „Mantel“ mit einer matt klingenden Stimme, die über weite Strecken kraftlos wirkte, die in der Höhe hörbare Probleme hatte und die ich – summa summarum – als „abgenützt“ beschreiben würde. Durch gute musikalische Gestaltung (damit meine ich ein ausdrucksstarkes und musikalisch phrasiertes Singen) gelang ihm im „Mantel“ dennoch eine passable Leistung. Ungleich besser gefiel er mir als Gianni Schicchi, denn obwohl ich im letzten Oktober von Ambrogio Maestris Rollengestaltung einen sehr guten Eindruck hatte, fand ich sehr wohltuend, den Gianni Schicchi tatsächlich gesungen und nicht stimmlich verblödelt zu hören, auch schien mir Álvarez als Gianni Schicchi stimmlich besser beinand’ als im „Mantel“. (Laut zuverlässigen Pauseninformationen soll Álvarez sich bei den anderen Vorstellungen der aktuellen Serie in besserer Form als heute befunden haben.)


    Auch die Rollen von Giorgetta und Schwester Angelica waren heute derselben Sängerin anvertraut: Elena Stikhina hat genau einen (großen) Makel, nämlich dass ich sie kaum verstand, weil sie enorm wortundeutlich sang, darüber hinaus war ich heute aber sehr zufrieden, besonders mit ihrer Giorgetta: Ihr Timbre ist wunderbar dunkel und „süffig“, schafft aber auch dramatischere Ausbrüche wunderbar. Dass sie als Schwester Angelica gegen eine ausgezeichnete Rollenvorgängerin (Eleonora Buratto) ansingen musste, ist nicht ihre Schuld (Buratto hatte diese Rolle inniger und berührender gestaltet), doch sie machte auch in dieser Rolle ihre Sache gut. Die anderen Rollen waren überwiegend mit dem sogenannten Mittelmaß besetzt: Joshua Guerrero klang als Luigi auch heute zu angestrengt, Bogdan Volkov war auch heute ein Rinuccio mit dünner, flacher Stimme, allerdings stachen Michaela Schuster (Fürstin und Zita), Simonas Strazdas (Notar) und insbesondere Szilvia Vörös (Schwester Eiferin) angenehm hervor.


    Die größte Überraschung des Abends kam von Philippe Jordan, der ja das „Triptychon“ mittlerweile schon so oft dirigiert hat, dass er es halbwegs beherrscht (selbiges gilt analog auch für das Orchester), so hörte man heute im „Mantel“ dynamische Abstufungen, und auch der „Gianni Schicchi“ geriet kurzweiliger und spritziger als im vergangenen Herbst: Warum nicht gleich? Übrigens bin ich auch mit der Inszenierung von Tatjana Gürbaca (Bühne von Henrik Ahr; Kostüme von Silke Willrett) heute wärmer geworden, obwohl sie mir insgesamt nach wie vor nicht gefällt: Allerdings kann ich Gürbacas Umsetzung des Ansatzes, den „Mantel“ aus der „Innenperspektive“ Micheles zu zeigen (also anstatt der äußeren Handlung das auf die Bühne zu bringen, was sich in Michele abspielt), mittlerweile (bei meinem heutigen vierten Besuch dieser Inszenierung) so manches abgewinnen.

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