Opernberichte der Saison 2023/24

  • Vielen Dank lieber Hagen, für Ihre gewohnt intensiven, bildhaften wie plastischen Schilderungen, die quasi die Szenen vor dem eigenen inneren Auge entstehen lassen.


    Könnte es sein, daß Hans-Peter König ganz ohne Regie auf die Gehstöcke angewiesen war, etwa wegen Hüft- oder Knie-Problemen?


    Die Regie-Arbeit liest sich ja fast wie Arbeitsverweigerung. Für Menschen, die das Werk kennen, ist das aber allemal besser als eine überbebilderte Szene, oder gar "Müll" auf der Bühne. Wer das Werk allerdings zum 1. Mal sieht, wird damit eher nicht glücklich.


    Bei der Gelegenheit, off topic: wie sagte Hape Kerkeling? "Ich bin dann mal weg" ;) Ab morgen für etwa 10 Tage in Meran. Ohne die "Trappel". Das war so ein netter Begriff, den ein geschätzter Freund im Festspiele Forum gern für Computer benutzte. Sie kennen ihn, er nannte sich "Meran". Sic! ;)

    "Es gibt kein richtiges Leben im falschen." (Theodor W. Adorno)

  • Sie kennen ihn, er nannte sich "Meran". Sic!

    I know! :)

    Und ich wünsche Ihnen an diesem wunderschönen Ort gleichen Namens eine angenehme Zeit. Wenn Sie dann wieder ins Forum blicken, finden Sie wahrscheinlich eine weitere kleinere Rezension von mir vor. Bis dahin: Alles Gute! Und kommen Sie gesund zurück!

    ---

    Umfasste das griechische Kunstwerk den Geist einer schönen Nation, so soll das Kunstwerk der Zukunft den Geist der freien Menschheit über alle Schranken der Nationalitäten hinaus umfassen; das nationale Wesen in ihm darf nur ein Schmuck, ein Reiz individueller Mannigfaltigkeit, nicht eine hemmende Schranke sein.
    (R. Wagner, Kunst und Revolution,1849)

  • Könnte es sein, daß Hans-Peter König ganz ohne Regie auf die Gehstöcke angewiesen war, etwa wegen Hüft- oder Knie-Problemen?

    Die Figur würde es hergeben. Aber bei der Premierenfeier war von Gehstützen nichts mehr zu sehen.

    ---

    Umfasste das griechische Kunstwerk den Geist einer schönen Nation, so soll das Kunstwerk der Zukunft den Geist der freien Menschheit über alle Schranken der Nationalitäten hinaus umfassen; das nationale Wesen in ihm darf nur ein Schmuck, ein Reiz individueller Mannigfaltigkeit, nicht eine hemmende Schranke sein.
    (R. Wagner, Kunst und Revolution,1849)

  • Aufführungsbericht



    „Orpheus in der Unterwelt“ von Jaques Offenbach



    Am 29.9.2023 (Premiere); Deutsche Oper am Rhein, Duisburg



    Man hört ja immer öfter verunglückte Redewendungen. So hörte ich neulich: „Das schlägt dem Fass das Wasser aus“. Gestern abend schnappte ich aus dem Einführungsvortrag zum „Orpheus“, dem ich nicht intensiv lauschte, die Formulierung auf, nach der etwas eingeschlagen sei wie warme Semmeln. Das nur als Vorrede!


    Bereits das Bühnenportal wurde so gestaltet, als befände man sich in Paris in einem Revue – Theater. Dadurch wurde freudige Erwartung opulenter Offenbachiaden geweckt. Was dann folgte, wurde solcher Erwartung gerecht. Denn was Barrie Kosky und seine Ausstatter während der beiden Akte auf die Bühne brachten, war ein Feuerwerk an spritzigen Ideen und an Farbenrausch, an Bewegung und Urkomik. Es gab keine peinlichen oder - noch schlimmer - krampfhafte Aktualisierungsversuche. Denn Offenbachs „Orpheus“ ist immer aktuell mit seinem Spaß und seiner zugleich deutlichen Kritik an der Doppelmoral der Götter wie der Menschen, bei der Offenbach nicht nur bloß andeutet, sondern schon regelrecht mit einem ziemlich dicken Zaunpfahl winkt, wobei er zur Unterstützung - was für eine grandiose Idee - sogar der personifizierten „Öffentlichen Meinung“ eine Stimme verleiht.


    Diese Operette ist musikalisch etwas Besonderes. Nicht nur Zitate von Wagner, Gluck und Bach werden dem musikgebildeten Hörer ironisch geliefert, sondern es wird auch große ausladende orchestrale Pracht entfaltet. Mitreißende flotte Tänze mit unvergesslichen Melodien werden geboten. Manchmal erinnert die Musik dabei an Berlioz. Manche einzelnen Nummern aber können nicht so recht überzeugen, wirken von der musikalischen Substanz her doch ein wenig schlicht. Aber durch die Inszenierung ist alles eher Kleine vergrößert, ja, aufgeplustert und in nervöse Bewegung versetzt worden. Denn natürlich war von Kosky nicht zu erwarten, dass er den Offenbach eins zu eins auf die Bühne bringt. Das hat er dann nicht gemacht. Und so brannte ein Feuerwerk von lustigen bis derben Späßen, Gesten, Bewegungen, Handlungen nach und nach ab. Dass sexuelle Anspielungen überdeutlich und manchmal auch etwas zu viel eingesetzt wurden, passte ganz gut zu dem Satyrspiel – artigen Werk Offenbachs, in dem ja auch die Lust im Vordergrund steht. Darum wird auch hemmungslos gestöhnt und geächzt, gerülpst und gequietscht. Denn es gerät eben alles aus den Fugen und außer Rand und Band. Im ersten Akt fliegen die Geigen des Orpheus aus den Schrankregalen, im zweiten Akt fährt ein anatomisch und mechanisch erstaunlich gut gelungener geflügelter Holzteufel auf seinem Höllenrad und fährt auf ihm wie auf einem Fahrrad. Staunen erlaubt!


    Das aber ist alles choreographisch meisterhaft bis ins Kleinste durchinszeniert. Was leicht wirkt, wurde schwer erarbeitet. Besonders eindrucksvoll gerät das fröhliche und niedliche Bienenballett. Herrlich historisierend wird der klassische, allen bekannte Can Can getanzt. Und auch sonst gibt es etliche Tanzeinlagen, zum Teil vorgetragen von zusätzlich engagierten Tänzern, wobei auch dem Chor Ballett – Fähigkeiten abverlangt wurden. Bei allem scheinbaren Durcheinander gelang es dennoch, allen Protagonisten ihren eigenen Charakter zu geben, auch wenn die Figuren an sich vom Komponisten zum Teil eher blass gezeichnet sind, vor allem einige der Götter, letztlich auch Orpheus selbst.


    Kosky fokussiert sich in seiner Inszenierung des „Anti – Orpheus“, in dem Orpheus seine Eurydike gar nicht wiederhaben will, auf die letztgenannte. Denn eigentlich müsste das Stück nach ihr benannt werden. Sie ist die Hauptperson, um die sich alles dreht und die ihr eigenes Schicksal in die Hand nimmt.


    Der größte Coup des Regisseurs sei aber nun erst zum Ende hin erwähnt: Die Gesangstexte werden auf französisch gesungen. Die Sprechtexte, von denen es nicht wenige gibt, werden alle von einem Schauspieler gesprochen, und zwar auf Deutsch. Dieser war kein geringerer als Max Hopp. Dieser Schauspieler ist fast die ganze Zeit auf der Bühne, spricht auf lustige Art und Weise alle Sprechtexte, auch die der Frauen, ergänzt auch wie ein Comedian auf Tournee ein paar Bemerkungen mit Lokalkolorit des Aufführungsortes. Er, der auch den John Styx in Personalunion darstellt, verfügt mit seinem langen schlanken und durch seine aufrechte Haltung sehr vornehm wirkenden Körper über ein großes Talent und zudem über einen weiten Stimmumfang, so dass er hohe und tiefe Stimmen darzustellen vermag, wobei er die Personen dabei auch noch zum Teil ironisch karikiert. Vor allem, und das ist wirklich einfach nur lustig, übt er sich auch als Geräuschemeister, macht beim Öffnen der Türen entsprechende Quietschgeräusche, ebenso wie beim Schlürfen von Getränken und bei den Schritten einiger Protagonisten. Man fühlt sich an einen Schwank erinnert. Dieser Schauspieler, der als Styx sich natürlich auch für die schöne, eigenwillige, lustvolle und kesse Eurydike interessiert, lenkt nicht ab, wirkt nicht überflüssig, sondern bindet einige Szenen zusammen und erregt Aufmerksamkeit, weckt Erheiterung und konzentriert damit zugleich den Zuhörer und -seher auch an den Stellen, an denen die Operette nicht gerade ihre musikalischen oder szenischen Gipfel erklimmt. Anders zum Beispiel als bei dem nervenden ewigen Handlungsbegleiter in Castorfs „Ring“ in Bayreuth, der die Szene völlig überflüssigerweise mit Nebenaktionen überfüllt, ist hier ein Beispiel dafür gegeben, wie eine zusätzliche Person nicht vom Kern des Stückes ablenkt, sondern eher noch zu ihm hinführt.


    Die Hauptpartien waren glänzend besetzt: Peter Bording als Jupiter gelang es prächtig, seine grotesken angeberischen Götterschritte zu gehen, jeder einzeln von dem Schauspieler kommentiert mit einem „wooom“. Dabei klang seine Stimme voll und fließend. Florian Simson war ein Respekt einflößender nicht überragender, aber überzeugender Pluto alias Teufel, der als Schuhe zwei Pferdefüsse trug. Besondere Aufmerksamkeit verdiente sich Romana Noack als Cupido. Temperamentvolles Spiel paarten sich bei ihr mit einer jugendlichen, reinen und flexibel gestaltenden Stimme.


    Eine allerdings kann nicht hoch genug gelobt werden und ist von allen abzusetzen: Elena Sancho! Die Leistung dieser Eurydike fordert geradezu schwelgerische Schwärmereien. Sie, die vor ein paar Tagen noch im „Parsifal“ als Blumenmädchen zu hören und sehen war, sang wundervoll, brilliant und frei in den zum Teil extremen Koloratursopran - Höhen, mit viel Substanz auch in den tieferen Passagen, auch wenn die Stimme natürlich eine eher leichte ist. Dazu dieses grandiose spielendleichte Spiel, durch welches sie der Rolle eine außerordentliche Natürlichkeit gab, da alles wie selbstverständlich wirkte und nichts gewollt, geübt, trainiert oder gelernt! Dabei wurde ihr einiges an Bewegung abverlangt und eine Zeitlang musste sie sich gar in einer Kiste verstecken. All das meisterte die Spanierin in der Einheit von Stimme, Erscheinung, Ausstrahlung und Bewegung ganz phantastisch. Aber nun genug davon, sonst meint noch jemand, ich sei ihr Agent!


    Dass die musikalische Leitung und das Orchester bisher noch nicht genannt wurden, lag nicht etwa daran, dass diese keiner Erwähnung wert gewesen wären. Im Gegenteil: bei den Duisburger Philharmonikern unter Adrien Perruchon lief alles wie am Schnürchen. Sie boten den soliden, zuverlässigen und schwungvollen Hinter- und Ermöglichungsgrund für das Bühnengeschehen, ohne dass ein Eigenwert der Musik irgendwie besonders betont worden wäre. Alles diente dem Buffo - Drama auf der Bühne.


    Hinzugefügt sei noch: B. Kosky hatte die Inszenierung schon vor einiger Zeit in Berlin erarbeitet, vor einigen Jahren war sie auch in Salzburg zu sehen. Der Intendant der Oper am Rhein griff schnell und mit sicherem Gefühl für Qualität zu und sicherte sich auch eine Aufführungsreihe dieses Werkes, das die Assistenten von B. Kosky einrichteten, weshalb derselbe leider gar nicht vor Ort war. Den Duisburgern gefiel mehr und mehr, was sie sahen und hörten, so dass auch nach einzelnen Nummern lautstark Beifall geklatscht und zum Teil (leider auch) gejohlt wurde. Am Schluss der Aufführung gab es fast kein Halten mehr und es hätte alles in ein fröhliches, derbes Volksfest auf dem Theaterplatz einmünden können.


    Bei der Premierenfeier bemerkte man an Kleinigkeiten, wie unterschiedlich Städte sein können, die sich berühren. Gab es in Düsseldorf Alt – Bier vom Fass, so erhielt man in Duisburg Pils – Fläschchen, wobei man nur auf Nachfrage ein Glas bekam. Im Westen stoßen eben das Rheinland und das Ruhrgebiet an- und manchmal auch aufeinander.


    Wichtiger aber: der Intendant, wie es so üblich ist, ließ alle Mitwirkenden feiern, auch die Technik, die Statisterie, den Chor, das Orchester, die Tänzer, die Assistenten von B. Kosky. Sie alle und natürlich dann alle Solisten erhielten großen Beifall. Wie schon auf der Bühne am Ende der Aufführung bekam der Schauspieler und Styx besonderen Beifall, ebenso die Darstellerin des Cupido. Unvergleichbar stürmisch gefeiert wurde wegen ihrer glänzenden Leistung dann die wundervolle Eurydike. Und das völlig zurecht! Aber mich dünkt, dess´ gedachte ich schon. 😉


    Ein bunter, fröhlicher, (im doppelten Sinne des Wortes) witziger Abend, auf und nach dem man sich wie auf einer Sylvester – Partie fühlte, ging nach Mitternacht zu Ende. Ein Wohlfühlabend rundum!


    Dieser Kosky – Offenbach – „Orpheus“ schlug ein wie warme Semmeln.

    ---

    Umfasste das griechische Kunstwerk den Geist einer schönen Nation, so soll das Kunstwerk der Zukunft den Geist der freien Menschheit über alle Schranken der Nationalitäten hinaus umfassen; das nationale Wesen in ihm darf nur ein Schmuck, ein Reiz individueller Mannigfaltigkeit, nicht eine hemmende Schranke sein.
    (R. Wagner, Kunst und Revolution,1849)

  • Das klingt so, als hätte Ihnen die Aufführung sehr gut gefallen, das freut mich! Dass der Regisseur überhaupt nicht anwesend war, ist sicher nicht wünschenswert, aber offensichtlich konnte dennoch die Produktion in seinem Sinne einstudiert werden. Die Sprechtexte nicht von den Sängern sprechen zu lassen, klingt für mich auf den ersten Blick nach einer beabsichtigten Schonung der Sänger, aber offenbar wurde dafür eine kreative Lösung gewählt.

  • Das klingt so, als hätte Ihnen die Aufführung sehr gut gefallen,

    Ja, in der Tat!

    Dass der Regisseur überhaupt nicht anwesend war, ist sicher nicht wünschenswert, aber offensichtlich konnte dennoch die Produktion in seinem Sinne einstudiert werden.

    Genau deshalb, war es nicht schlimm, dass er nicht dabei war. Ich nehme an, dass bei diesen "Wanderproduktionen" der Regisseur nicht die Zeit hat (und auch nicht das Geld erhält), als würde er die Produktion neu erarbeiten. Wenn seine Intentionen so gut umgesetzt werden, wie hier zu sehen war, ist das auch hinnehmbar. Man sollte viel öfter Produktionen auch in andere Landesteile oder Länder weiterreichen. Das spart sicher eine Menge Geld und ermöglicht die Teilhabe auch kleinerer Häuser an die Opernzentren der Welt wie Berlin, München und Wien.

    Die Sprechtexte nicht von den Sängern sprechen zu lassen, klingt für mich auf den ersten Blick nach einer beabsichtigten Schonung der Sänger, aber offenbar wurde dafür eine kreative Lösung gewählt.

    Das gab der Inszenierung einen größeren Zusammenhalt. Viele Sänger, vor allem, wenn Sie der deutschen Sprache nicht angemessen mächtig sind, würden mit ihren Sprechtexten zu einem Spannungsabfall der Aufführung führen. Das wurde hier erfolgreich vermieden und auch so, dass es nicht wie eine Notlösung aussah, sondern wie eine inszenierungstragende Idee.

    ---

    Umfasste das griechische Kunstwerk den Geist einer schönen Nation, so soll das Kunstwerk der Zukunft den Geist der freien Menschheit über alle Schranken der Nationalitäten hinaus umfassen; das nationale Wesen in ihm darf nur ein Schmuck, ein Reiz individueller Mannigfaltigkeit, nicht eine hemmende Schranke sein.
    (R. Wagner, Kunst und Revolution,1849)

  • Man sollte viel öfter Produktionen auch in andere Landesteile oder Länder weiterreichen. Das spart sicher eine Menge Geld und ermöglicht die Teilhabe auch kleinerer Häuser an die Opernzentren der Welt wie Berlin, München und Wien.

    Das ist eine zweischneidige Sache, ich habe darüber auch schon nachgedacht. Freilich gibt es auch Argumente, die dafür sprechen, allerdings finde ich, dass es fatal wäre, wenn man von ein- und derselben Oper global nur mehr wenige unterschiedlichen Produktionen zu sehen bekommt: Der Reiz liegt ja gerade darin, dass in unterschiedlichen Städten unterschiedliche Inszenierung zu sehen sind (das Gegenteil fände ich nicht sonderlich künstlerisch wertvoll). Eine Inszenierung ist ja mitunter auch auf einen bestimmten Aufführungsort abgestimmt (und sei es aus dem banalen Grund baulicher Gegebenheiten), man kann nicht jede Produktion an beliebigen anderen Häusern bringen.

    Aber natürlich: Zu einem verhältnismäßig geringen Teil finde ich Koproduktionen gut und auch sinnvoll!

  • wenn man von ein- und derselben Oper global nur mehr wenige unterschiedlichen Produktionen zu sehen bekomm

    Selbst wenn, als Beispiel, fünf verschiedene Opern jeweils nacheinander an fünf weit auseinanderliegenden Orten aufgeführt würden, nähme das, so meine ich, der Oper nicht die Vielfalt und brächte den Zuschauern keine Eintönigkeit.

    Eine Inszenierung ist ja mitunter auch auf einen bestimmten Aufführungsort abgestimmt

    Man muss matürlich die Technik an die unterschiedlichen lokalen Gegebenheiten anpassen. Und in der Regel ist das auch möglich.

    ---

    Umfasste das griechische Kunstwerk den Geist einer schönen Nation, so soll das Kunstwerk der Zukunft den Geist der freien Menschheit über alle Schranken der Nationalitäten hinaus umfassen; das nationale Wesen in ihm darf nur ein Schmuck, ein Reiz individueller Mannigfaltigkeit, nicht eine hemmende Schranke sein.
    (R. Wagner, Kunst und Revolution,1849)

  • Di., 3. Oktober 2023: WIEN (Kammeroper): Philip Venables, Denis & Katya

    Am 27. September 2023 erlebte die im Jahre 2019 uraufgeführte Oper „Denis & Katya“ ihre Österreichische Erstaufführung in der (leider dem Theater an der Wien einverleibten) Kammeroper, und zwar in deutschsprachiger Übersetzung (laut Seite 11 des Programmheftes ist vorgesehen, dass dieser Oper in der jeweiligen Landessprache aufgeführt wird, was eine hervorragende Idee ist und viel öfter gemacht werden sollte) – doch muss ich bei aller Sympathie für zeitgenössisches Opernschaffen feststellen, dass das Stück vollkommen nichtssagend ist.


    Dieser Kurzoper (die Dauer beträgt knapp über eine Stunde) liegt eine wirkliche Begebenheit zugrunde, denn erzählt wird das Verschwinden und der ungeklärte Tod der russischen Jugendlichen Denis und Katya im November 2016, was dergestalt abläuft, dass die beiden nie auf der Bühne präsent sind und ein Sängerpaar (eine Mezzosopranistin und ein Bariton) in „112 Mikroszenen“ (so das Programmheft auf Seite 7) die Geschichte aus zahlreichen unterschiedlichen Blickwinkeln erzählt, wobei dank der Einblendungen immer klar ist, wessen Rolle gerade dargestellt wird (die eines Lehrers, die eines Freundes, die einer Journalistin etc).


    Generell klingt das ja nicht uninteressant (wenngleich es eher zu den herbstlichen Wiener Musiktheatertagen passen würde als in die Kammeroper, aber wie auch immer), das Stück erschöpft sich aber in unsagbarer Langeweile, denn weder kann das Libretto irgendeine subjektive Relevanz vermitteln (sei es „nur“ ein Mitgefühl mit den nie auftretenden Personen), noch vermag die Musik, in irgendeiner Weise Interesse zu wecken. Das „Orchester“ besteht lediglich aus vier Cellisten (den Takt gibt allen Mitwirkenden ein „in-ear-Monitoring“ an), zusätzlich gibt es (viel zu zahlreiche) elektronisch erzeugte Klänge, und was an Instrumentalmusik gespielt wird, ist außerordentlich banal und uninteressant. Gerade aus vier Celli hätte man doch musikalisch etwas machen können! Generell habe ich den Eindruck, dass diese Oper mit dem Hintergedanken geschrieben wurde, möglichst billig produziert werden zu können.


    Trotz der verwendeten Mikrophonverstärkung (sie hat wohl den Zweck, die Balance herzustellen und die Stimmen bisweilen verfremden zu können) ist die an die beiden Sänger (es waren Timothy Connor und Hasti Molavian) gestellte Aufgabe sehr anspruchsvoll, denn sie müssen zwischen gesprochenem Text, Sprechgesang und Gesang munter abwechseln und bisweilen auch ziemlich herumbrüllen, was der Stimme auch nicht gut tut. Einzig und allein die Leistung der beiden Sänger (und die der Cellisten) war der Grund, dass ich nicht demonstrativ nach dem letzten Ton aufgestanden und gegangen bin, obwohl dieses Stück nichts anderes verdient hätte.


    Fazit: „Denis & Katya“ ist ein Schulbeispiel dafür, wie man NICHT vorgehen möge, wenn man eine Oper schreibt. Immerhin ist der Spuk nach 70 Minuten vorbei.

  • Mi., 4. Oktober 2023: WIEN (Staatsoper): Giacomo Puccini, Das Triptychon / Il trittico

    Über vierzig Jahre ist es bereits her, dass Puccinis „Triptychon“ an der Wiener Staatsoper zu hören war (im Jahre 1982 war das zuletzt der Fall; „Gianni Schicchi“ wurde 2000–2004, hauptsächlich in Kombination mit Schönbergs „Jakobsleiter“, gespielt), somit ist es durchaus angebracht, diesen Opernzyklus wieder einmal ans Haus zu holen, was erfreulicherweise vollständig in Angriff genommen wurde (im Unterschied zur Volksoper, die ja 2011 auf die „Schwester Angelica“ verzichtet hatte, was ja fast einer Bankrotterklärung gleichkommt). Die Sänger der heutigen Premiere entledigten sich ihrer Aufgabe überwiegend sehr gut, aber dem Dirigenten und der Regisseurin ist zu verdanken, dass der Abend über weite Strecken mühsam geriet, und somit kann ich auf keinen Fall von einem Premierenerfolg sprechen.


    Doch nach der Reihe: Angekündigt gewesen war Carlos Álvarez als Michele und Gianni Schicchi, und aufgrund seiner Absage wurde seine Verpflichtung auf zwei Sänger aufgeteilt: Ambrogio Maestri war ein vollkommen überzeugender Gianni Schicchi, diese Rolle scheint ihm wie auf den Leib geschneidert: Stimmlich kommt er damit ausgezeichnet zurande (er kann seine Riesenstimme herrlich zurücknehmen und in der Rolle des dem Tod nahen Buoso Donati verstellen), und auch darstellerisch passt er genau (was weniger an seinem Körperbau liegt als vielmehr an seinem schlitzohrigen Gebaren). Maestri war also eine Idealbesetzung, was ich von Michael Volle nicht sagen kann: Volle ist natürlich ein guter Sänger, aber er besitzt die stimmliche Ausdruckskraft eines Beamten, womit ich sagen möchte, dass er es nicht schaffte, mir die Gefühlsregungen (Enttäuschung, Liebessehnsucht, Rachegelüste, Verzweiflung, Trauer etc.) Micheles zu vermitteln (man kann sich zum Kontrast Franz Grundheber in dieser Rolle auf Youtube anhören, da liegen Welten dazwischen). Dennoch will ich Volles Leistung nicht schlechter beschreiben als sie war, denn von der fehlenden Gestaltung abgesehen war ja alles in Ordnung.


    Die zweite hervorragende Leistung des heutigen Abends kam (neben der Maestris) von der mir bis dato völlig unbekannten Eleonora Buratto als Schwester Angelica. Freilich kann man die Rolle dramatischer anlegen (das tat vor ein paar Jahren Linda Ballová in Pressburg), was aber nicht nötig ist, sofern man an den entscheidenden Stellen stimmlich Gas geben und insgesamt die Rolle berührend gestalten kann (etwa durch tragfähige Piani). Diese Sängerin werde ich fortan im Auge behalten. Anja Kampe war eine laute Giorgetta, für diese Rolle passt sie sehr gut; Joshua Guerrero mühte sich mit dem Luigi, konnte aber dennoch eine überzeugende Leistung bringen. Michaela Schuster überzeugte mich in der eher kurzen, aber wichtigen Rolle der Fürstin, weil ihre kühle, distanziert klingende Stimme für diese Rolle genau passt (auch als Zita in „Gianni Schicchi“ brachte sie eine sehr gute Leistung). Serena Sáenz war für die unproblematische Rolle der Lauretta eine gute Besetzung, was von Bogdan Volkov als Rinuccio leider nicht zu sagen ist (seine Stimme ist „flach“ und viel zu leise). Unter den vielen kleinen Rollen hinterließen Dan Paul Dumitrescu (Talpa und Simone), Katleho Mokhoabane (Liederverkäufer) und der Hausdebütant Simonas Strazdas (Notar) den besten Eindruck, und der schlechteste kam eindeutig von Andrea Giovannini (Tinca und Gherardo), der sich offenbar gewaltig bemüht, ein zweiter Benedikt Kobel zu sein.


    Sängerisch also über weite Strecken sehr erfreulich, aber wie schon eingangs angedeutet wurde, sind hinsichtlich Dirigat und Inszenierung deutliche Abstriche zu machen. Dass Philippe Jordan offenbar einen richtigen „Fanclub“ besitzt, der ihn ständig (auch heute) bejubelt, liegt offenbar an außermusikalischen Gründen (damit meine ich seine öffentliche Konfrontation mit Bogdan Roščić betreffend Inszenierungen), denn durch seine Leistung ist es nicht begründet: Der ganze Abend (insbesondere der „Mantel“ und noch viel mehr der „Gianni Schicchi“) zog sich unendlich dahin, die Tragödie des „Mantels“ wurde durch das Orchester überhaupt nicht vermittelt. Jordans Dirigat plätscherte völlig spannungslos dahin, und ich habe davor nicht gewusst, wie langweilig der „Mantel“ mit einem schlechten Dirigenten sein kann. In der Probenzeit wäre es doch sinnvoll gewesen, mit dem Orchester sorgfältig zu arbeiten, was anscheinend nicht passierte.


    Die Inszenierung von Tatjana Gürbaca (Bühne von Henrik Ahr; Kostüme von Silke Willrett) besitzt genau EINEN guten Einfall und bietet die übrige Zeit (und der Abend ist lang, er begann um 19:00 und endete um 22:41) uninteressantestes Stehtheater, dessen man sogar einer Schüleraufführung bald überdrüssig würde. Gürbaca entschied sich dafür, die Inszenierungen der drei Opern miteinander zu verbinden, was durch ein jeweils sehr ähnliches (stark reduziertes) Bühnenbild in demselben Farbton (hellgrau) gelang, ferner durch die sichtbare Schrift, wobei „sichtbar“ relativ ist, denn von der Galerie aus sah man nur einen Bruchteil der Wörter, und nur durch Pausengespräche konnte ich erfahren, dass im „Mantel“ der Text „Wie schwer ist es, glücklich zu sein“ (oder so ähnlich) gezeigt wurde. Damit fängt das Problem schon an, denn diese übergroßen Sätze nerven (dass am Ende von „Gianni Schicchi“ das Wort „Glück“ sichtbar war, ist an Banalität wohl kaum zu überbieten). Der „Mantel“, der doch als spannende sozialkritische Tragödie gezeigt werden kann, misslang in jeder Hinsicht, denn wenn man die Personen über weite Strecken nur unmotiviert herumstehen lässt und im Hintergrund fast immer von links nach rechts eine Handvoll Gestalten vorbeilatscht, vermittelt das überhaupt keine Stimmung. Darüber hinaus ist es handwerklich schlecht, hierfür ein Beispiel: Während der kurzen Tanzszene zwischen den Arbeitern und Giorgetta befindet sich Michele auf der Bühne, plötzlich heißt es, dass Michele komme, worauf sich die Szene sofort auflöst: Aber Michele hat ja alles mit eigenen Augen gesehen: Das passt einfach nicht zusammen und wirkt unglaubwürdig; die Szene, die ja das Verhältnis zwischen dem düsteren Michele und seiner Umwelt illustriert, ist somit völlig verschenkt. Freilich, dass Michele seinen zusammengelegten Mantel während der Szene mit Giorgetta wie ein Kind im Arm wiegt, ist in Ordnung, und dass er sich ganz am Ende der Oper selbst das Leben nimmt, ist auch akzeptiert, ist aber nicht genug für eine Inszenierung. Die Inszenierung des „Gianni Schicchi“ vermittelte nur sowohl Langeweile als auch bemühte Heiterkeit und ist somit nicht der Rede wert. Am besten gelang noch die „Schwester Angelica“, denn in der Schlussszene wurde der Versuch unternommen, eine Art (gewünschte) Versöhnung Angelicas mit ihrer Tante anzudeuten, wobei unklar ist, ob das Kind wirklich gestorben ist oder nicht bzw. inwieweit diese Vision der sterbenden Angelica vielleicht doch auch etwas Wahres besitzt. Diese eine Szene wurde gut gelöst, aber ansonsten ist die Produktion zum Wegschmeißen (aber immerhin scheint sie nicht teuer gewesen zu sein).


    Insgesamt ist höchst bedauerlich, dass den guten Sängern kein ebenbürtiger Dirigent bzw. Regisseur zur Seite gestellt wurde. Damiano Michieletto hatte 2012 eine ganz exzellente Produktion am Theater an der Wien herausgebracht (die Verlegung der „Schwester Angelica“ in ein Frauengefängnis passte hervorragend), und auch die 2017 und 2018 zu erlebende Pressburger Produktion von Roman Polák war sehr gut. Die Gürbaca-Produktion stieß beim Publikum sowohl auf Ablehnung (ich war einer der zahlreichen Buhrufer) wie auch auf Zustimmung, wobei ich mich des Eindrucks nicht erwehren konnte, dass die paar Bravorufer eher aus Solidarität als aus Begeisterung ausrückten.


    P.S.: Ein Freund schrieb mir gleichzeitig mit der Veröffentlichung meines Berichts: „Ich glaube, das Kind, das am Ende vorkam, wurde von Lauretta und Rinuccio live gezeugt und ist dasselbe Kind wie am Ende von Suor Angelica. Lauretta ist sozusagen Angelica, die deshalb von der Familie verstoßen wurde, und Gianni Schicchi soll die Vorgeschichte zu Suor Angelica sein.“ Das klingt sehr plausibel, und daher möchte ich diese Information hier noch einfügen. Am Samstag (da gehe ich nämlich nochmals) werde ich genauer darauf achten (es soll in beiden Fällen eine kleine Lokomotive im Spiel gewesen sein).

  • Vielen Dank, lieber Sadko für diese interessante Rezension!

    Was die Regie - Leistung betrifft, von der Sie schreiben, so vermag man nur noch den Kopf zu schütteln. Großartige Werke werden auf diese Weise verzeichnet und damit letztlich dem Publikum vorenthalten. Wann endlich wirken Intendanten als Anwälte der Werke, die Sie in den Spielplan aufnehmen, und damit zugleich als Anwälte des kunstbegeisterten und -begierigen Publikums, statt als Ermöglicher der Realusierung von Ideen eigenmächtiger Regisseure, die ihre Gedanken über die der von ihnen zu inszenierenden Werke setzen und jene diesen überstülpen bzw. diese durch jenen überlagern?

    ---

    Umfasste das griechische Kunstwerk den Geist einer schönen Nation, so soll das Kunstwerk der Zukunft den Geist der freien Menschheit über alle Schranken der Nationalitäten hinaus umfassen; das nationale Wesen in ihm darf nur ein Schmuck, ein Reiz individueller Mannigfaltigkeit, nicht eine hemmende Schranke sein.
    (R. Wagner, Kunst und Revolution,1849)

  • Gerne!


    von Ideen eigenmächtiger Regisseure, die ihre Gedanken über die der von ihnen zu inszenierenden Werke setzen und jene diesen überstülpen bzw. diese durch jenen überlagern?

    Sofern es gute Ideen sind und die Inszenierung damit funktioniert, habe ich gar nichts dagegen. Aber diese Inszenierung ist einfach misslungen.

  • Fr., 6. Oktober 2023: PRESSBURG/BRATISLAVA (Philharmonie): Karol Szymanowski, König Roger / Król Roger

    Den Spielplan der Pressburger Philharmonie auf dem Radar zu haben, zahlt sich aus, weil dort in regelmäßig wiederkehrenden Abständen Konzerte geboten werden, derentwegen sich die Anreise aus Wien auszahlt. Heute war es die halbszenische Aufführung der Oper „König Roger“ von Karol Szymanowski, und zwar in Form eines Gastspiels des Nationaltheaters Kaschau (Košice). Vor wenigen Jahren (nämlich am 15. Juni 2018) war diese Oper ebenfalls in Pressburg zu erleben (und zwar ebenfalls im Rahmen eines Gastspiels, nämlich der Oper Krakau im Neuen Opernhaus); 2019 habe ich sie in Graz gehört, und ich würde mir häufigere Aufführungen dieses hörenswerten Stückes wünschen, zum Beispiel auch in Wien (man wird ja noch träumen dürfen).


    Die heutige Aufführung gefiel mir hervorragend, was insbesondere an den Interpreten des Hirten und der Roxane liegt: Juraj Hollý besitzt eine etwas rätselhaft timbrierte Stimme (anfangs hatte ich den Eindruck, dass ein gewisser Schleier über seine Stimme läge, was sich aber bald verflüchtigte), die aber sehr kraftvoll klingt (jedenfalls in diesem kleinen Saal) und strahlende Höhen produzieren kann, was für diese Rolle unabdingbar ist, und Gabriela Hrženjak war dank ihrem wunderschönen, durchschlagskräftigen, technisch sehr gut geführtem und auch zu feinem Piano fähigen Sopran eine hervorragende Roxane. Beide Sänger werde ich im Auge behalten. Maksym Kutsenko gestaltete die nicht unwichtige Rolle des Edrisi mit angenehm hell timbrierter Stimme, und die Sänger der kleinem Rollen zogen sich gut aus der Affäre. Der Schwachpunkt der Aufführung lag beim Interpreten der Titelrolle: Michał Partyka brachte im Rahmen seiner Möglichkeiten eine gute Leistung, aber seine Stimme ist matt, glanzlos und prägt sich überhaupt nicht ein, somit fiel er im Vergleich mit den anderen Mitwirkenden deutlich ab, obwohl er das Beste aus seiner Situation machte und die viel zu laut dirigierte Aufführung ohne hörbare Ermüdungserscheinungen hinter sich brachte.


    Vermutlich trägt die Aufführungssituation in einem Konzertsaal (das heißt: Orchester sitzt am Podium, Sänger agieren davor, Chor singt teilweise am Podium und teilweise aus dem Zuschauerraum) die Schuld dafür, dass Peter Valentovič an den lauten Stellen (und das sind zahlreiche) laut – und zwar wirklich viel zu laut – spielen ließ, sodass es sogar mir (ich saß oben in der vorletzten Reihe) meistens zu laut war, und das heißt was; von der dadurch unnötigerweise erhöhten Belastung für die Sänger will ich gar nicht reden. An Orchester und Chor (inkl. Kinderchor) hatte ich nichts auszusetzen. Weil die im November 2022 in Kaschau herausgekommene szenische Inszenierung von für diese in einem Konzertsaal stattfindende „halbszenische“ Aufführung von Anton Korenči (Bühnenbild von Ondrej Zachar, Kostüme von Boris Hanečka) entsprechend adaptiert wurde, kann ich sie nicht beurteilen und halte nur fest, dass mir nichts abgegangen ist und ich mit der szenischen Lösung sehr zufrieden war. Dass während der Aufführung der Text (bedauerlicherweise in sehr kleiner Schriftgröße) sichtbar war (auf der Orgel war eine kleine Leinwand angebracht), und zwar gleich in zwei Sprachen (auf Slovakisch und Englisch), habe ich sehr erfreut und überrascht zur Kenntnis genommen, weil auf in polnischer Originalsprache gesungen wurde und ich dieser Sprache leider so gut wie nicht mächtig bin.

  • Lieber Sadko, für Ihren Bericht danke ich Ihnen sehr. Ich fühle mich erinnert an meine erstes und einziges Mal, dass ich diese Oper gesehen habe. Das ist nun neun Jahre her. Ich stelle den Bericht hier einfach noch einmal ein. Vielleicht interessiert hier jemanden diese Beschreibung aus längst vergangenen Zeiten.



    Aufführungsbericht über die Premiere von "König Roger" von Karol Szymanowski (1882-1937)

    vom 14.6.2014 im Opernhaus Wuppertal



    In Wuppertal hatte gestern abend "König Roger" Premiere. Szymanowski schrieb seine einzige Oper nach dem 1. Weltkrieg (1918 – 1924). Die drei Akte werden ohne Pause gespielt. Die Oper dauert nur 1,5 Stunden. Diese Zeit wird einem wahrhaftig nicht zu lang. Sie ist gefüllt von wahren Klangorgien, die das Wuppertaler Symphonieorchester ebenso wie der Chor ganz beeindruckend und tadellos meisterten. Sie boten eine solide Basis für die Solisten, von denen die Hauptpartien (König Roger und der Hirte) sehr anspruchsvoll sind.


    Man wird musikalisch von Welt zu Welt getragen. Die Musik beginnt - ohne Ouvertüre - mit byzantinischem Gesang, der Schauplatz ist eine Kirche. Der zweite Akt spielt im Palast König Rogers, der dritte Akt spielt in einem antiken Theater, wenn er überhaupt einen realen Schauplatz hat. Denn vieles spielt sich im Innenleben des Königs ab. Die Oper beschreibt über die Außenwelt die Entwicklung der Innenwelt des Königs. Diese Deutung wird schon zu Beginn manifestiert. Bevor das Stück anfängt, liegt der König auf der Couch. Sein arabischer Berater Edrisi ist hier sein Psychoanalytiker. Aber das ist kein modernes Mätzchen, sondern ist begründet im Text selbst. Roger ist nicht gefestigt, alles steht - wie in der Realität nach dem ersten Weltkrieg - zur Diskussion. Roger muss sich neu finden. Besonders der dritte Akt bringt auch Rogers Träume und Sehnsüchte auf die Bühne.


    Der Inhalt ist schnell erzählt. Ein Hirte bedroht mit seiner charismatischen Mission für einen anderen Gott den Glauben des Volkes. Die Religionsgemeinschaft und die Herrschaft des Königs verfallen, da alle, auch seine Frau, abgefallen sind und sich von dem neuen Kult und seinem Propheten, dem Hirten, becircen lassen. König Roger könnte den Hirten, wie es anfangs das Volk fordert, bevor es ihm verfällt, richten, tut es aber nicht, denn auch er ist ansatzweise seinem Zauber erlegen, kämpft aber innerlich dagegen. Am Ende nimmt der König einerseits Aspekte des neuen Kultes auf, die Naturverbundenheit, das Verschmelzen mit der Natur, vielleicht auch ein wenig das Orgiastische. All das wird aber nur angedeutet, bleibt geheimnisvoll. Der Komponist nannte seine Oper anfangs ein „Mysterium“. Roger verwandelt sich die neue Kultur an, entwickelt sie weiter, betet zuletzt die Sonne an, als Zeichen der Klarheit und Weisheit, im Kontrast zu dem Rauschhaften der Religion des Hirten, der sich als Dionysos selbst erweist. Damit ist König Roger geheilt. Er hat seine Traumatisierung durch den Hirten, der ihn mit seiner ganzen Identität infrage gestellt hat, durchgearbeitet und überwunden, indem er seiner Sehnsucht ein Ende und ein Ziel gegeben hat. So steht am Ende eine Hymne an die Sonne, die an Schönbergs "Seht die Sonne" in den Gurreliedern erinnert. Diese klingen, wie viele andere Spätromantiker, mehrfach an. Man hört Schreker und Korngold. Der "ferne Ruf", von dem der König spricht, erinnert an Schrekers "Der ferne Klang". Auch Janaczek und Kodaly meint man mitunter zu hören. Aber auch eine Archaik Strawinskis und Orffs dringt an die Ohren. Die Musik wirkt immer spannend, entweder meditativ – byzantinisch oder archaisch, fiebernd, ekstatisch. Und die Aufführung selbst verliert nie an Spannung. Der Thielemann - Assistent Frannek kennt die Partitur sehr genau, gibt präzise Einsätze und schafft es, das Stück trotz der vielen Stilwechsel als eine konzentrierte Einheit zu musizieren. Gesungen wird auf polnisch. Die deutschen Untertitel sind gut lesbar.


    Ein Thema des Stückes ist die Verführbarkeit. Der Hirte verführt und wird dann zum Führer, dem alle folgen, wobei nicht klar gut und böse geschieden sind. Es bleibt offen, ob der Hirte wirklich das Volk nur verführt, oder wirklich zum Besseren führt. Die Religion des Hirten wird zum Teil sogar mit der des Christus parallelisiert. Beide leiden zunächst am Unverständnis der Menschen. An einer Stelle legt sich der Hirte wie ein Gekreuzigter auf dem Boden, um das zu illustrieren. Das Volk, das zunächst den König bedrängt, den Hirten zu töten, läuft ihm zuletzt bedingungslos hinterher. Voksmassen sind manipulierbar und unberechenbar. Denkt man daran, wie die Weltgeschichte nach Entstehund der Oper verlief, trägt die Oper wahrhaft prophetenhafte Züge. Von der Regie ist die Wankelmütigkeit und Manipulierbarkeit des Volkes gut realisiert. Der Hirte und Prophet berührt die Menschen nur leicht am Kopf, und sie fallen vor ihm auf die Knie. Später gehören auch uniformierte Kinder (die herrlich leuchtend klingende Wuppertaler Kurrende) zu seinen Anhängern. Der Regisseur arbeitet aber nicht mit dem Holzhammer sondern deutet dezent an. An anderer Stelle zeigt er, die Hirten - Anhänger, die, indem sie rauschhafte Blutorgien feiern, sich archaisierend mit Blut aus Blutschalen bestreichen. Aber auch hier wirkt nichts brutal. Alles ist eingebettet in die Musik, in die hinein die Bühnenrealisierung getätigt worden zu sein scheint. Den Hilfsgriff, Menschen in Tierkostüme zu stecken, um deren Charakter und Entwicklung, deren Massenverhalten und Verführbarkeit darzustellen, hat der Regisseur nicht nötig. Herr Neuenfels könnte hier etwas lernen.


    Die Auseinandersetzungen der Religionen und Kulturen miteinander, der Kampf des Neuen gegen das Alte, die Verführbarkeit der Menschen und die Eifersucht, die Sehnsucht nach Heil und Erfüllung, die Suche nach dem rechten Glauben, nach dem, was trägt, die Ambivalenz des Faszinosums, die Verletzung durch die Infragestellung der eigenen Wahrheit und Macht: all das spielt in das Stück hinein, wird aber nicht endlos durchdiskutiert, sondern vor allem durchlebt.


    Das Bühnenbild ist in allen Akten ein langgezogener von Marmorblöcken und Spiegeln rechts und links begrenzter, nach hinten zu enger werdender Tunnel. Die Hinterwand bilden mal das kaleidoskopartig vervielfältigte und sich drehende Gesicht des Königs, mal Schlangen, die illustrieren, wie sehr das Band der Verführung des Hirten sich immer enger um die Menschen schlingen. Jakob Peters – Messer hat mit seinem Team eine Inszenierung erstellt, die Außen- und Innenwelt Rogers ineinander übergehen lassen, wie es der Text hergibt.


    Kay Stiefermann gab einen König Roger, der stimmlich der Partie sehr gewachsen war und die Gebrochenheit Rogers mit voluminöser, klangvoller Stimme, aber auch schauspielerisch überzeugend auf die Bühne brachte. Banu Böke zeigte Roxane von vornherein als von ihrem Mann entfremdet, führte ihre Stimme makellos. Held des Abends war der Hirte. Rafael Bartminski hatte eine tragende Stimme Sein Tenor erklang lyrisch bis heldisch - dramatisch, immer wunderbar schön und mit großer Strahlkraft, oft wie aus einer anderen Welt. So trat er anfangs auch auf. Sein Erscheinen in gelbem Licht erinnerte an das des Lohengrin im ersten Akt der gleichnamigen Wagner – Oper. Bartminski verlieh seiner Partie die vielen Facetten, die in der Partitur und im Text angelegt waren. Mit dem großen klangstarken Orchester hatte keiner der Solisten Probleme.


    Das Publikum spendete im nicht ganz ausverkauften Haus am Ende begeistert Applaus. Das Programmheft, das sei noch angemerkt, ist ziemlich schmal, bietet Interpretationsansätze. Über das Leben des Komponisten erfährt man nichts, nicht einmal seine Lebensdaten sind irgendwo aufgeführt.Wuppertal bot mal wieder einen Opernabend der besonderen Art.


    Ganz besonders war auch die Premierenfeier. Der Intendant dankte, wie das üblich ist, allen Mitwirkenden, drückte aber besonders Chor, Orchester und Kurrende gegenüber seinen besonderen Dank aus und würdigte sie als außergewöhnlich gute Klangkörper. Bei allem Enthusiasmus lag ein Schleier der Traurigkeit über der Feier. Abschiedsstimmung mischte sich in die Begeisterung über die Aufführung, konnte diese aber nicht trüben. Grund der Stimmungsdämpfung ist, dass dieses die letzte Premiere in diesem Opernhaus war, welche mit eigenem Ensemble gespielt wurde. Denn der GMD, Herr Kamioka hat dem Ensemble gekündigt, da das Theater ab der nächsten Saison nur noch im Stagione - Betrieb bespielt werden soll. Die Wuppertaler, die immer ein besonders enges Verhältnis zu ihren Sängern (zu ihrem Orchester sowieso) haben, sind traurig und ärgerlich darüber und sehen der Zukunft skeptisch entgegen.

    Wer sich ein eigenes Bild von der Musik und der Inszenierung machen möchte, hat dazu noch am 20., 22., 26. und 28.6. Gelegenheit. Ich kann einen Besuch des "Krol Roger" nur wärmstens empfehlen.

    ---

    Umfasste das griechische Kunstwerk den Geist einer schönen Nation, so soll das Kunstwerk der Zukunft den Geist der freien Menschheit über alle Schranken der Nationalitäten hinaus umfassen; das nationale Wesen in ihm darf nur ein Schmuck, ein Reiz individueller Mannigfaltigkeit, nicht eine hemmende Schranke sein.
    (R. Wagner, Kunst und Revolution,1849)

  • Lieber Hagen! Danke, dass Sie Ihren Bericht von 2014 (wie aus der Ferne längst vergangener Zeiten kommt mir dieses Jahr gar nicht vor) wieder einstellen und uns somit an Ihren Erlebnissen teilhaben lassen!

    Dass Ihnen die Musik sehr gut gefallen hat, kann ich bestens nachvollziehen: Für mich liegt der größte Reiz des Stückes in seiner Vielseitigkeit, die aber keinesfalls beliebig zusammengewürfelt ist, sondern sehr gut zusammengefügt ist und ein mitreißendes Stück ergibt: Sie haben sehr gut auf den Punkt gebracht, was auch mir an dem Stück gefällt.
    Von den Sängern ist mir Kay Stiefermann ein Begriff, den ich in meiner Opern-Anfangszeit (2010 und 2011 war das) an der Wiener Volksoper in zwei ganz gegensätzlichen Rollen gehört habe (als Gyges in "König Kandaules" von Zemlinksy und als Danilo in der "Lustigen Witwe") und der mir damals sehr gut gefallen hat. Soeben habe ich auf Operabase nachgeschaut, was er derzeit so treibt, und er ist an mittleren Häusern Deutschlands engagiert (Chemnitz, Dessau, Leipzig, Nürnberg).

    Schade finde ich, dass das Programmheft laut Ihrer Aussage keine Informationen über den Komponisten enthielt, wo doch gerade ein Teil der Biographie Szymanowksis für die Oper "König Roger" relevant ist.

    Dass das Wuppertaler Ensemble 2014 aufgelöst wurde, finde ich extrem bedauerlich, sowohl für die betroffenen und nachfolgenden Künstler als auch für das Publikum.

    Eine kleine Korrektur: "König Roger" ist nicht die einzige Oper Szymanowskis; es existiert auch "Hagith" (siehe komplettes Werkverzeichnis auf Wikipedia: Link).

  • Sa., 7. Oktober 2023: WIEN (Staatsoper): Giacomo Puccini, Das Triptychon / Il trittico

    Nachdem ich heute erneut im „Triptychon“ gewesen war, hat sich mein Eindruck nicht wesentlich verändert. Die drei Hauptrollensänger des „Mantels“ (Michael Volle, Anja Kampe, Joshua Guerrero) gefielen mir besser als in der Premiere, ohne völlig zu überzeugen. Am besten waren nach wie vor Eleonora Buratto und Ambrogio Maestri, danach kam gleich Michaela Schuster als Fürstin. Was die übrigen Sänger betrifft, verweise ich auf meinen Premierenbericht.


    Beim zweiten Anschauen finde ich die Inszenierung zwar nach wie vor langweilig und schlecht gemacht (ein Beispiel: Michele fuchtelte während seines Monologs durch die Luft und hatte nur reine Standardgesten anzubieten), aber wenn man zur Kenntnis nimmt, dass im „Mantel“ quasi die „Innensicht“ der Figuren erzählt wird und nicht die „äußere“ Handlung, kommt man besser damit zurande (was natürlich nicht heißen soll, dass die Produktion gut wäre). Die Schlussszene der „Schwester Angelica“ allerdings ist wirklich sehr gut gelungen, denn beim zweiten Anschauen habe ich den Eindruck gewonnen, dass keine Vision angedeutet wird, sondern das Kind wirklich noch lebt: Die Fürstin hatte offensichtlich gelogen, dass es tot wäre, um ihre Nichte zu beruhigen, und als sie nachher ein schlechtes Gewissen bekam, brachte sie das Kind doch her, allerdings war es da schon zu spät). Nichtsdestoweniger macht eine Schwalbe noch keinen Sommer, zumal auch der „Gianni Schicchi“ langweilig und nur bemüht-lustig inszeniert wurde. Das Dirigat von Philippe Jordan trug heute ganz gewaltig dazu bei, dass der Abend langweilig wurde: So spröde und behäbig wie bei Jordan darf der „Gianni Schicchi“ einfach nicht klingen.

  • Eine kleine Korrektur: "König Roger" ist nicht die einzige Oper Szymanowskis; es existiert auch "Hagith" (siehe komplettes Werkverzeichnis auf Wikipedia: Link).

    Oh, danke schön! Dann war ich damals fehlinformiert.

    Dass das Wuppertaler Ensemble 2014 aufgelöst wurde, finde ich extrem bedauerlich, sowohl für die betroffenen und nachfolgenden Künstler als auch für das Publikum.

    Ja, zumal es wohl ein nicht kleines treues Opernpublikum gab. Aber inzwischen ist man wohl wieder andere Wege gegangen. Das habe ich nicht mehr verfolgt. Immerhin wird dort in diesem Monat auch ein neuer "Tristan" gegeben (s. https://www.oper-wuppertal.de/…g/tristan-und-isolde/4425 ).

    ---

    Umfasste das griechische Kunstwerk den Geist einer schönen Nation, so soll das Kunstwerk der Zukunft den Geist der freien Menschheit über alle Schranken der Nationalitäten hinaus umfassen; das nationale Wesen in ihm darf nur ein Schmuck, ein Reiz individueller Mannigfaltigkeit, nicht eine hemmende Schranke sein.
    (R. Wagner, Kunst und Revolution,1849)

  • Ich habe mir die Aufführung der Wiener Staatsoper von Il Trittico im Streaming angesehen und kann so ziemlich alles bestätigen, was Sadko in seinen beiden Berichten schreibt. Die Inszenierung ist teilweise furchtbar unlogisch. Im Original wird Luigi von Michele im Tabarro erwürgt, hier wird er erstochen. Michele hat ein blutbeflecktes Hemd, das fällt Georgetta aber gar nicht auf. Im Original nimmt Angelica Gift, hier zerbricht sie einen Spiegel und schluckt die Scherben (!) Wer würde sich auf diese Weise umbringen? Sie singt dann natürlich munter weiter. Während ich das Singen der erstochenen Gilda oder des erschossenen Posa noch irgendwie nachvollziehen kann - in solchen Fällen kann man noch kurze Zeit weiterleben - ist es für mich mit lauter Scherben in Mund und Hals nicht nachvollziehbar. Und warum Gianni Schicchi nicht im Bett liegt und sein Testament diktiert sondern mit einem Tuch über dem Kopf dort sitzt, ist auch nicht zu erklären. Wo liegt der Sinn dahinter?

  • Aber inzwischen ist man wohl wieder andere Wege gegangen. Das habe ich nicht mehr verfolgt. Immerhin wird dort in diesem Monat auch ein neuer "Tristan" gegeben (s. https://www.oper-wuppertal.de/…g/tristan-und-isolde/4425 ).

    Dankenswerterweise wurde ich von einem Mitleser* auf die aktuelle Situation des Wuppertaler Ensembles aufmerksam gemacht: Dieses Ensemble besteht aktuell aus vier (VIER!) Sängern (siehe: Link).


    * ... Ich zitiere: "Das Wuppertaler Opernhaus und sein Ensemble hatte ja bis in die 1980er Jahre hinein einen legendären Ruf, konnte fast alle großen Opern teilweise doppelt und dreifach aus dem eigenen Ensemble besetzen."


    Und ehrlich gesagt sehe ich einen "Tristan" in Wuppertal kritisch: Es gäbe so viele andere Werke, die besser an ein kleines Haus passen würden als ausgerechnet den "Tristan", mit dem sich die Sänger dort doch nur ruinieren. Aber natürlich müsste man live dabei sein, um es beurteilen zu können.

  • Ich habe mir die Aufführung der Wiener Staatsoper von Il Trittico im Streaming angesehen

    Liebe Annemarie! Danke für die Rückmeldung!

    Dass die Inszenierung manche Details anders zeigt als sie im Libretto beschrieben sind, stimmt natürlich: Das ist aber nicht das, was mich an der Produktion stört. Als Beispiel: Den erwähnten Mord an Luigi finde ich deswegen schlecht, weil die Szene einfach so dilettantisch inszeniert ist (offensichtlich wollte die Regisseurin es so darstellen, als hätte kurze Zeit Luigi die Oberhand, ehe ihn Michele dann tötet), es schaut einfach (jedenfalls vom Galeriestehplatz) nach Amateurtheater aus als nach einer professionell gearbeiteten Inszenierung.

    Dass Gianni Schicchi kein Bett hat, ist wohl der angestrebten Reduzierung des Bühnenraums zuzuschreiben. Leider ergibt sich dann, dass die Szene ziemlich blöd ausschaut, weil alle am Boden herumkugeln...

Jetzt mitmachen!

Wir freuen uns auf Dein Mitlesen bzw. Mitschreiben! Es besteht keine Pflicht, Beiträge zu verfassen – eine Registrierung lohnt sich auch für „Mitleser“, denn sie können sich bei neuen Postings zu bestimmten Themen automatisch benachrichtigen lassen.